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Konstanz Der Herr der Postfächer

21.01.2008
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Wie haben die Menschen früher bloß ohne E-Mail kommuniziert? Vor allem im regen Wissenschaftsbetrieb einer global agierenden Hochschule? Heute scheint diese Vorstellung wie ein Alptraum aus der Steinzeit. Schnell, zuverlässig und informell ist die Kommunikation über elektronische Post und damit eine immense Erleichterung für den wissenschaftlichen Alltag. An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) sorgt Konrad Mauz dafür, dass das elektronische Postfach von Studenten, Lehrenden und Mitarbeitern störungsfrei funktioniert. Er ist einer der ersten, die alarmiert werden, wenn etwas mit den etwa 4500 E-Mail-Benutzerkonten nicht stimmt. Als Systemadministrator betreut er aber nicht nur die Benutzerkonten des E-Mail-Systems, sondern kümmert sich auch darum, dass alle Daten auf den Servern sicher gelagert sind. Dafür stehen den Benutzern zwei Terabyte Speicherplatz zur Verfügung, die im Serverraum des Rechenzentrums leise vor sich hin brummen.

Der 32-Jährige aus Radolfzell hat bereits an der HTWG Technische Informatik studiert und in seiner Diplomarbeit eine neue Benutzerverwaltung für das E-Mail-System programmiert. "Die war damals völlig veraltet", erzählt Mauz. Die beste Bewerbung also für einen Job im Rechenzentrum am Seerhein.

Zu der Zeit hieß die Einrichtung noch Fachhochschule und das Hochschulleben lief auch weiter, wenn einmal einen halben Tag das E-Mail-System schlapp gemacht hat. "In den Neunzigern ist schon mal passiert, dass das System auseinander fliegt aber es hat sich niemand groß aufgeregt", witzelt der Informatiker. Heute sind die Anforderungen an das Rechenzentrum gestiegen, mit ihnen auch der Druck für die Mitarbeiter. "Vernetzung ist für das System Forschung und Lehre unabdingbar", sagt Mauz. Wenn das Internet daniederliegt, gibt es keine E-Mails, keine Lernplattformen, keine digitalen Skripte - das wissenschaftliche Leben ist stark eingeschränkt. In den letzten acht Monaten ist solch ein kapitaler Crash der Systeme jedoch nicht mehr vorgekommen. Vermutlich auch, weil im letzten Jahr für viel Geld die Plattenspeicher und Netzwerkgeräte ausgetauscht wurden. Diese Geräte sind nach fünf Jahren veraltet und dementsprechend anfällig.

Das neunköpfige Team des Rechenzentrums kümmert sich darum, dass auch in Stoßzeiten alles reibungslos läuft. "Ich arbeite hier mit tollen Kollegen zusammen", betont Mauz. Dieses Team und der direkte Kontakt mit Studenten und Lehrenden mache seinen Job so spannend. "Es ist schön, die Benutzer tatsächlich zu sehen", freut er sich - ein Umstand, der für Informatiker nicht eben alltäglich ist. In den Sprechstunden des Rechenzentrums helfen er und seine Kollegen verzweifelten Studenten und Professoren, die riesige E-Mails verschicken oder komplizierte Baupläne ausdrucken wollen. "Das rotierende System sorgt dafür, dass jeder der Mitarbeiter um die alltäglichen Sorgen der Benutzer weiß", erklärt Mauz. Das sind manchmal auch Sorgen, die er sich als Informatiker und Profi in seinen wildesten Träumen nicht vorstellen kann.

Anja Arning

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