Konstanz Der Countdown läuft
Hoffnung: Konstanz will offizielle "Stadt der Wissenschaft" werden.
Die Bewerbung vom Bodensee wird von einer ganzen Delegation präsentiert. Rund 50 Konstanzer werden sich am 27. Februar auf den Weg machen, um vor der Jury des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft zu werben. Angeführt wird die Gruppe von Oberbürgermeister Horst Frank, Uni-Rektor Gerhart von Graevenitz und Siemens-Chef Stefan Keh.
Drei Personen haben nach den Regeln des Stifterverbands die Möglichkeit, in einer 30-minütigen Präsentation für ihre Stadt zu werben - sie sollen dabei aus den Bereichen Stadt, Wirtschaft und Wissenschaft kommen. OB Frank, der bereits angekündigt hat, Konstanz zur "Stadt des Wissens und der Bildung" machen zu wollen, vertritt die Verwaltung. Gerhart von Graevenitz kann das Elite-Siegel seiner Universität in die Wagschale werfen und auf vielerlei Verbindungen zur Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) sowie zur Pädagogischen Hochschule (PH) Thurgau verweisen. Stefan Keh, Leiter des in Konstanz ansässigen Geschäftsbereichs Logistics von Siemens steht für die Wirtschaft, die von der Wissenschaft profitiert und entsprechende Kooperationen pflegt.
Die anderen Mitreisenden sollen als Botschafter fungieren - in der Sprache der Bewerbung heißen sie "Mitdenker". Sie sollen beim "Markt der Finalisten" zeigen, dass die Unterstützung für die Bewerbung aus breiten Kreisen der Stadt und Region kommt. Alle Konstanzer dagegen sollen schon bald zu "Mitmachern" werden, die den Wert von Lernen und Lehren bei Veranstaltungen und Ereignissen für sich selbst neu entdecken können. Dazu planen Waltraut Liebl-Kopitzki, die Leiterin des Amtes für Schule, Bildung und Wissenschaft, sowie Bewerbungs-Koordinatorin Ursula Herold-Schmidt öffentliche Angebote und eine Werbekampagne. Das Geheimnis darum wollen sie erst in den nächsten Wochen Schritt um Schritt lüften - die beiden Mitbewerber, das in einer früheren Runde gescheiterte Oldenburg sowie Lübeck sollen keine unnötigen Angriffspunkte erhalten.
Die "Countdown-Kampagne" soll noch im Januar beginnen und das Bewerbungsmotto "grenzenlos denken" in den Mittelpunkt stellen: 2009 sollen Trennlinien, etwa zwischen den einzelnen Bildungseinrichtungen, zwischen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft sowie über die Staatsgrenze (Kreuzlingen ist mit im Boot) und über den See hinweg (auch Friedrichshafen und Ravensburg unterstützen die Bewerbung) gesprengt werden.
Im Fall eines Siegs kann Konstanz mit 250000 Euro vom Stifterverband rechnen, die vor allem in Veranstaltungen für die Öffentlichkeit fließen sollen. Aus der Stadtkasse und durch Sponsoren soll das Budget auf fast eine Million Euro erhöht werden. Auch ein studentischer Dokumentarfilm soll entstehen, zudem will die Stadt die Aktivitäten mit einer Untersuchung zur Bedeutung der Wissenschaft für das Gemeinwesen begleiten. Besonderes Augenmerk soll dabei, so Liebl-Kopitzki, auf Veranstaltungen für und mit Kindern und Jugendlichen liegen. Falls Konstanz in Jena nicht gewinnt, wird mit etwas abgespecktem Budget dennoch ein Wissenschaftsjahr veranstaltet.
