Konstanz (rud) Cheerleader, Fans im Engelskostüm, stolze Jugendleiter, Priester und ein Imam feuerten am vergangenen Samstag die Spieler des ersten christlich-muslimischen Freundschaftsfußballspiels in der Theodor- Heuss Schule an. Im Rahmen des jährlich stattfindenden Fußballturniers der Ministranten wurde eine Auswahlmannschaft der Moschee Konstanz zur Partie geladen. Auf die Initiative von Peter Hipp hin, Religionslehrer in Singen und Mitglied des "Arbeitkreises christlich-muslimische Begegnung", trafen sich die rund sechzig Jugendlichen und deren Betreuer aus den verschiedenen Kirchengemeinden zum Wettkampf.
Der kulturelle Mix auf dem Spielfeld wurde schon auf den Trikots der jugendlichen Spieler deutlich. Namen von Fußballidolen wie Thorsten Frings oder David Beckham prangten auf dem Rücken der Ministranten, während die muslimischen Jungkicker mit türkischen Stars wie Ümit Davala und Hasan Sas spielten. Selbst Andreas Rudiger, Pfarrer der Gebhardskirche, und der Fußballtrainer der Jugendlichen der Moschee, Kurban Aras, traten im sportlichen Dress an der Seite ihrer Schützlinge den Ball. Das Spiel endete 8: 2 für die muslimische Mannschaft. Dennoch war nicht der Sieg entscheidend für die Bedeutung des Nachmittags, sondern der Beginn der christlich- muslimischen Kooperation auf der Ebene der Jugendarbeit.
Seitdem die Pfarreien St.Gebhard, Bruder Klaus und St.Suso sich vor eineinhalb Jahren zur Seelsorgeeinheit Petershausen zusammengeschlossen haben, treffen sich deren Jugendgruppen regelmäßig, um einander besser kennen zu lernen. Der "AK christlich- muslimische Begegnung" möchte in diese verbesserten Beziehung der katholischen Gemeinden untereinander nun auch die muslimische Gemeinde miteinbeziehen mit dem Ziel , die muslimischen und katholischen Familien in Alltagsbereichen einander näher zu bringen, um Vorurteile beiderseits abzubauen.