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Konstanz Das waren noch Zeiten

14.04.2011


Bernd Konrad, Gaby Kemmler und Uli Körner erinnern sich an die glorreichen Tage des Seekuh-Jazzclub. Für einen Abend soll es am kommenden Samstag wieder so werden wie es mal war

Am Anfang stand die Liebe zum Jazz. Darauf können sich die drei Herren jenseits der 60 schnell einigen. Sie heißen: Bernd Konrad, Gaby Kemmler und Uli Körner. Und alle drei gehören zu den Geburtshelfern des Jazz in Konstanz. Konrad, der große Instrumentalist und heutiger Jazzprofessor, Kemmler, Schlagzeuger, einstiger Seekuh-Wirt und Gründer der Jazzreihe „5 vor 8“ im Zeppelin und Körner, Bassist, Begründer der Bunten Kuh in Kaltbrunn und später Kompagnon von Kemmler in der Seekuh. Die drei Männer haben was zu erzählen. Wenn man das Gespräch zwischen ihnen laufen lässt, kommt man als Vierter kaum dazwischen.

„Erinnert ihr euch noch, wie das war damals?“, so fängt der Austausch an und dann läuft die Erinnerungsmaschine. „Damals war einfach alles durchdrungen von dem Geist, den Jazz verbreiten zu wollen“, sagt Bernd Konrad beispielsweise. Mit ‚damals“ meint er die Zeit von 1970 bis 1980. Schon davor, in den 60er Jahren hatte Uli Körner die Bunte Kuh im Allensbacher Ortsteil Kaltbrunn eröffnet. „Einfach, weil ich den Jazz liebte und einen Ort haben wollte, an dem ich die Musik spielen konnte“, so Körner. Dann kamen immer mehr Leute und die Jazz-Begeisterung verbreitete sich vom Land in die Stadt. Dass sich die drei Herren vom Jazz jetzt wieder gefunden haben, hat natürlich einen Grund. Sie wollten den Geist von damals noch einmal erleben – und da traf es sich, dass sie auf Brigitte Rabus trafen. Die PR-Frau hat die Männer dazu ermutigt einen Revivalabend zu starten. Mit Jazz. In der Seekuh.

Und das Ganze am kommenden Samstag, 16. April, ab 20 Uhr. Einmal noch sollte es so sein, wie es damals immer war. Die Seekuh war von 1979 bis 1981 so etwas wie die Herzkammer des Jazz in Konstanz. Fast jeden zweiten Tag gab es Livemusik. Der Jazz brummte und der Laden war immer voll. Der Seekuh-Jazzclub gründete sich hier 1979. Später ging daraus der heutige Jazzclub Konstanz hervor. Irgendwann wurde der Zuspruch so groß, dass sich Gaby Kemmler und Uli Körner entschlossen, auch extern Konzerte zu veranstalten. Das Golden Gate Quintett spielte im Münster, Jazz-Pianist Monty Alexander im Konzil. Auch die ganz großen Namen wie Chet Baker oder Bill Ramsey waren da. „Die Seekuh“, so behauptet es Bernd Konrad noch heute standhaft, „war damals bis New York bekannt“. Die Künstler seien gerne gekommen, weil so eine familiäre Atmosphäre geherrscht habe und das Publikum immer gut drauf war. „Der Jazz war damals das Sprachrohr der jungen Generation“, erinnert sich Uli Körner.

Sie waren gerne Teil der Bewegung und haben das Genre immer gefördert. Heute, so sind sich alle drei sicher, wäre der Erfolg von damals so nicht wiederholbar. „Das geht einfach nicht mehr. Dazu ist alles zu professionalisiert und kommerzialisiert“, erklärt Gaby Kemmler. Vielleicht auch gerade deshalb wollen sie die Zeit nun noch einmal zurückdrehen mit ihrem Seekuh-Jazzrevival. Mit dabei sind dann auch unter anderem Musiker wie der Trompeter Thomas Banholzer und der Schlagzeuger Patrick Manzecchi. Noch einmal soll die Seekuh beben, noch einmal soll der Geist des Jazz durch die Räume der traditionsreichen Kneipe an der Konzilstraße strömen. Nur noch einmal.

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