Des Orchesters unwürdig
Als Musiker der Südwestdeutschen Philharmonie finde ich es unbedingt notwendig, dass es endlich in der Heimatstadt des Orchesters einen Konzertsaal gibt. Die Arbeitsbedingungen in unserer jetzigen Aufführungsstätte Konzil sind besonders auf, aber auch hinter der Bühne, eines Profiorchesters unwürdig.
Auf der Bühne ist es unglaublich schwer in eine besondere Konzertstimmung zu kommen, zum einen durch die schlechte Akustik, zum anderen durch die ungünstige Sitzweise des Orchesters, die durch die Säulen und die in der Tiefe zu kleine Fläche der Bühne vorgegeben ist. Das so wichtige Gefühl des Miteinanders in Klang, Ausdruck und Zusammenspiel kann dadurch nicht richtig entstehen.
Hinter der Bühne herrschen nahezu katastrophale Verhältnisse. Treppenhaus, Toiletten und Umkleideraum sind in einem erbärmlichen Zustand. Das Einspielen vor dem Auftritt kann nur auf der Bühne erfolgen und während dem Konzert dürfen Kollegen, die bei einem Stück nicht besetzt sind, oder Solisten, die sich auf ihren Auftritt vorbereiten, auf keinen Fall einen Ton spielen, denn dies wäre im Saal zu hören – außer ein gerade vorbeifahrender Güterzug würde es übertönen.

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