Konstanz / Friedrichshafen Das Torture Ship legt wieder ab: Lederanzug an und Leinen los auf dem Bodensee

Sollte Ihnen am Samstagabend ein Mann im Kettenhemd oder eine Person mit Latex-Pferdekopf über den Weg laufen, nicht wundern. Das auch als SM-Schiff bekannte "Torture Ship" ist am Samstagabend zum 21. Mal auf dem Bodensee unterwegs.

Diese Damen und Herren haben sich nicht beim Stöbern auf dem großen Konstanzer Nachtflohmarkt vergriffen (was ja zu später und dunkler Stunde durchaus mal passiert) – nein, sie sind auf dem Weg zum Pier 9 am Konstanzer Hafen. Dort legt am Samstagabend um 20.50 Uhr zum 21. Mal das als Sadomaso- oder kurz SM-Schiff bekannte "Torture Ship" ab (Abfahrt: 21.30 Uhr). Zustieg in Friedrichshafen ist von 19 bis 19.45 Uhr. 

Show am Pier: Wie jedes Jahr gibt es für die Gäste an Bord und die Zuschauer am Konstanzer Hafen eine Feuer- und Akrobatikshow, die Elemente von Bondage und Fetisch "spielerisch" und in der soften Variante zeigen soll, wie Veranstalter Thomas Siegmund erklärt. "Wie ein Theaterstück". <em>Archivbild: Oliver Hanser </em>
Show am Pier: Wie jedes Jahr gibt es für die Gäste an Bord und die Zuschauer am Konstanzer Hafen eine Feuer- und Akrobatikshow, die Elemente von Bondage und Fetisch "spielerisch" und in der soften Variante zeigen soll, wie Veranstalter Thomas Siegmund erklärt. "Wie ein Theaterstück".

Nach den aufgeheizten Debatten im Jahr 2014 um das SM-Schiff und das von einem anderen Veranstalter organisierten Swingerschiff haben sich die Wogen rund um die gecharterte MS Schwaben beruhigt. Die Nutzungs-Richtlinien sind überarbeitet, das Swingerschiff fährt nicht mehr und auf dem SM-Schiff gibt es keinen "Darkroom" mehr, der mit diversen Sex- und Fetisch-Utensilien ausgestattet war. Im Behördensprech: Es gibt an Bord keine „gesonderten Einrichtungen für sexuelle Handlungen“. Geblieben sind die Bar, zwei Tanzflächen mit DJs und jede Menge illustre Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich zum alljährlichen Fetisch-Klassentreffen auf dem See einfinden. Was sonst noch so zu später Stunde an Bord passiert, darum ranken sich immer wieder Gerüchte. Wobei Veranstalter Thomas Siegmund von der Augsburger Event-Agentur Zip Zone im Telefongespräch schon mal vorweg nimmt: "Da wird viel zu viel reininterpretiert. Das hier ist kein Sodom und Gomorrha. Die Gäste quatschen, tanzen, knutschen und machen manchmal vielleicht ein bisschen mehr.

An der Bar wird getrunken, im Restaurant wird gegessen. Fertig." Fest steht: Die Auflagen haben die Veranstalter auch im vergangenen Jahr erfüllt, eine Änderung der Richtlinien sei nicht notwendig, so BSB-Pressesprecher Josef Siebler.

Video vom Torture-Ship 2015 am Konstanzer Hafen

 
 

Viele Gäste haben schon seit Monaten Karten – und überlegen sich genau, was sie anziehen. "Wie beim Opernball", sagt Thomas Siegmund. „Lack, Leder, Latex, Dessous, Fantasy, sündiges Schwarz“ steht auf der Kleiderordnung, und Siegmund ergänzt: "Ausgefallen sollte es eben sein. Viele kaufen sich neue Sachen, um sie dann auszuführen und zu präsentieren. Es gibt auch welche, die einen Koffer dabei haben, um sich umzuziehen." Für die Zaungäste am Konstanzer Hafen, die sich die Feuershow und die Partygäste anschauen wollen, gilt: Besser auch aufs Äußere achten. In den vergangenen Jahren haben die vielfotografierten Fetischfreunde gerne auch selbst mal das Smartphone gezückt und ihre Zuschauer fotografiert. "Ich glaube, jede Seite amüsiert sich über die jeweils andere", sagt Thomas Siegmund. "Die Meinungen über unser Schiff gehen von 'gspinnert' bis 'ganz toll'. Manche unserer Gäste schütteln den Kopf über die neugierigen Blicke der Zuschauer, und umgekehrt. Aber insgesamt finde ich diese Begegnung gut. Die Fetisch-Szene findet sonst eher im verborgenen statt, es wird viel gemunkelt und es gibt viele falschen Vorstellungen."

Maximal 600 Gäste darf er auf das Schiff lassen, Nachfrage und Neugierige gebe es laut Thomas Siegmund aber immer mehr. Seit dem Roman- und Kinoerfolg von "50 Shades of Grey" ist Sadomaso quasi gesellschaftsfähig geworden – wenn auch nur in der von der Szene oft belächelten sanften Variante mit Plüsch-Handschellen und kleiner Peitsche aus der Merchandise-Serie zum Film. Wer an Bord will, zahlt 64 Euro für eine Eintrittskarte für das SM-Schiff im Vorverkauf. Und wer spontan noch mitfeiern möchte, hat laut Siegmund noch die Möglichkeit, bei Ars Vivendi in Engen-Welschingen eine zu kaufen.

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Torture Ship: Lack, Leder und Latex: Das Torture Ship - auch unter dem Namen SM-Schiff bekannt - lockt regelmäßig zur schrillen Fetischparty auf dem Bodensee. Alle Beiträge zum Thema finden Sie hier.
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