Obwohl derzeit auf der Bühne des großen Hauses des Stadttheaters noch die Handwerker auf und abgehen, wird am kommenden Wochenende trotzdem die neue Spielzeit 2012/2013 des Konstanzer Theaters eröffnet. Mit insgesamt drei Premieren startet das traditionsreiche Konstanzer Haus am 5., 6. und 7. Oktober eine Saison, die unter dem Titel „Borderline. Deutsche Heimat – Schweizer Berge“ steht. Wegen der Sanierungsarbeiten im Stadttheater wurde die Eröffnungsfeier – getreu des Spielzeitmottos – ins schweizerische Kreuzlingen verlegt. Im dortigen Dreispitz werden am Freitag, 5. Oktober (ab 18.15 Uhr, Eintritt frei) Intendant Christoph Nix und der Schweizer Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger die Spielzeit eröffnen.
Erst Mitte November wird das Theater dann wieder seine gewohnte Spielstätte an der Konzilstraße beziehen können. Seit Mai 2012 laufen dort millionenschwere Sanierungsarbeiten von denen die Zuschauer am Ende kaum etwas bemerken werden. Denn: Sie finden hauptsächlich hinter der Bühne statt. Für rund 2,3 Millionen Euro werden Bühnenturm und Bühnentechnik saniert. Das bedeutet vor allem, dass die bislang fast nur manuell zu bedienenden Seilzüge für Umbau und Neueinrichtung von Bühnenbildern künftig computergesteuert zu bedienen sind. Moderne Maschinenzüge sollen die Verwandlungen im Bühnenbild per Knopfdruck möglich machen. Es erlaubt dem Theater zudem künftig, Bühnenbilder auch länger zu lagern und so möglicherweise beliebte Stücke ins Repertoire aufzunehmen und immer wieder zu spielen. Bislang ist das aus Platzgründen und feuerschutzrechtlichen Bedenken im Theater nicht möglich. Auch die künstlerischen Möglichkeiten auf der Bühne sollen so erweitert werden. Mit den jetzt durchgeführten Sanierungen ist allerdings nur das Notwendigste erledigt.
Bereits Ende 2009 hatte der damalige Hochbauamtsleiter Johannes Kumm im Kulturausschuss erläutert, dass man in den kommenden Jahren bis zu sechs Millionen Euro in das altehrwürdige Gebäude zwischen Inselgasse und Konzilstraße investieren müsse. Die aktuellen Sanierungsarbeiten seien bislang jedenfalls im Zeitplan, erklärte Chefdramaturg Thomas Spieckermann am gestrigen Montag. „Wir gehen davon aus, dass wir am 17. November mit unserem Weihnachtsmärchen ‚Das kalte Herz' das große Haus wieder eröffnen werden“, so Spieckermann.
Das Programm ist auch zuvor gut gefüllt. Zum Beispiel mit einer Podiumsdiskussion am 6. Oktober (17 Uhr) im Kreuzlinger Dreispitz. Unter dem Titel „Gartenzwerg oder Goldbarren? Vom Missverstehen zwischen Schweizern und Deutschen“ treffen Jürg Altwegg, FAZ-Journalist in Genf, Martina Voß-Tecklenburg, frühere deutsche Fußballerin des Jahres und heutige Trainerin der Schweizer Damen-Fußballnationalmannschaft und der Schweizer Historiker Urs Altermatt aufeinander.
