Konstanz – Strahlende Gesichter, wohin das Auge reichte: sowohl bei den Teilnehmern der diesjährigen Mille Fiori als auch bei den Besuchern, die die Mainau bevölkerten, um die 50 historischen Fahrzeuge bei deren Zielankunft auf der Blumeninsel zu bestaunen. Überall langgestreckte Hälse, ausgestreckte Finger, gezückte Kameras und Blitzgeräte.
Sagenhafte Vorkriegsmodelle, aber auch kleine Volksautos wie ein VW Käfer, ein Austin Mini oder auch eine Citroën Ente schmückten den Innenhof des Mainau-Schlosses. Und mittendrin, wie schon beim Start vergangenen Mittwoch, Graf Björn, der die Rückkehrer der viertägigen Oldtimerausfahrt willkommen hieß.
Das Wetter hätte nicht besser sein können für die Heimkehrer. Strahlendblauer Himmel, und das schon während der ganzen vier Tagesetappen. „Ein perfektes Wetter für jeden Oldtimerfahrer“, freuten sich auch die beiden Teams, die extra aus den USA angereist waren, um an der Mille Fiori teilzunehmen. „Die Bodenseelandschaft ist ja schöner als Neuengland“, ließ einer der Amerikaner von sich hören, und seine Frau ergänzte: „ . . . und feiner als Kalifornien“. Doch auch die durchfahrenen Landschaften des Schwarzwaldes, des Jura, des Mont-Blanc-Massivs hatte alle Teams begeistert. Selbst Schweizer Teams waren überrascht davon, welche landschaftlichen Geheimnisse ihr eigenes Land versteckt hält.
Auch Hilmar Wörnle, Chef des Stadtmarketing Konstanz und Organisator der Mille Fiori, strahlte bei der Zielankunft. Ganz besonders freute es ihn, „dass in diesem Jahr kein Fahrzeug liegen geblieben ist, das unsere Mechaniker nicht wieder auf die Strecke gebracht hätten“. Strahlend dann auch die Gesichter der Erstplatzierten Andreas und Bettina Blocher aus Konstanz mit ihrem Porsche 356 B. Zum ersten Male waren sie bei der Mille Fiori am Start und gleich ganz oben auf dem Treppchen. Obwohl es als Preis „nur“ einen Blumentopf zu gewinnen gab. „Gewinnen“, so erläuterte Wörnle die Philosophie der Tour, „ist bei der Mille Fiori nur Nebensache“.
Dass auch im übertragenen Sinn der Samen aufgeht, den das Stadtmarketing Konstanz während der letzten Jahre in Konstanz und am Bodensee im Bereich Oldtimer gesät hat, das war dann auch am Abend den Worten des Konstanzer Oberbürgermeisters Horst Frank zu entnehmen. Im Konzil, wo der offizielle Abschluss der Mille Fiori gefeiert wurde, richtete auch der grüne OB Worte an die versammelten Teilnehmer und Sponsoren. Er habe sich selbst davon überzeugen lassen müssen, dass Oldtimerfahren kein Widerspruch darstellen müsse zu verantwortlichem Umweltbewusstsein. Überhaupt „bin ich sehr überrascht davon“, so Frank, „wie dynamisch sich das Oldtimerland Bodensee in den letzten Jahren entwickelt hat“.
In Fragen des Umweltschutzes ist die Mille Fiori einzigartig in der Szene. Vor der Auffahrt der Mainau wurde bei jedem der Oldtimer ein Öltropf-Check gemacht. Leckende Automobile, das wurde vorab bekanntgegeben, würden nicht zugelassen. Zudem wurden alle Teams zusätzlich mit Ölbindemitteln und Feuerlöscher ausgestattet, so dass bei einem Unfall die Umweltschäden minimiert würden.
Die Dynamik des Oldtimerlandes Bodensee war dann auch beim Oldtimerbrunch deutlich zu spüren. Trotz vermeintlich vager Wetterbedingungen hatten sich mehr als 100 historische Fahrzeuge beim Restaurant O'Lac vor dem Konstanzer Casino an der Seestraße eingefunden. Hunderte Besucher kamen, um die schönen Blechkarossen in Augenschein zu nehmen. Das schönste Fahrzeug unter ihnen wurde dann auch gekürt: ein Panther aus dem Jahre 1953.