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Konstanz DRK besorgt über gewerbliche Altkleidersammlungen

Mit der Sammlung von Altkleidern stattet das DRK unter anderem seine Kleiderkammern und Rotkreuzläden aus und finanziert einen Teil seiner Arbeit. Doch gewerbliche Sammler treten zunehmend in Konkurrenz.

Der DRK-Kreisverband Konstanz macht sich ernsthafte Sorgen wegen des nach seiner Darstellung ausufernden Geschäfts mit illegalen Altkleider-Containern. Er befürchtet einen Rückgang bei den eigenen Sammlungen.“ Wir sind auf die Kleidersammlungen angewiesen, denn sie sind für viele unserer Tätigkeitsfelder eine wichtige Finanzierungsquelle“, unterstreicht Kreisgeschäftsführer Patrik Lauinger in einer Pressemitteilung. Im letzten halben Jahr sei man im Kreis Konstanz auf einen Wildwuchs von mehr als 100 gewerblichen Containern gestoßen, zum Teil auf ungenehmigten Plätzen oder Privatgrundstücken. Oft, so Lauinger, sähen diese Container denen des Roten Kreuzes zum Verwechseln ähnlich. Die Menschen, die ihre Kleider spenden, realisierten häufig nicht, dass es sich um kommerzielle Sammler handle, die nur Profit aus dem Sammelgut schlagen wollen, indem sie es nach Afrika oder in andere Staaten verkaufen. Oft hinterlassen sie auf den Behältnissen lediglich eine Handy nummer, bei der sich ein automatischer Anrufbeantworter meldet, ohne den Anschlusseigentümer zu nennen.

Zwar verkaufe auch der DRK-Kreisverband einen Teil seines Sammelgutes an einen Textilverwerter, die Efiba Handelsgesellschaft, räumt der Kreisgeschäftsführer ein. Aber erstens fließe dieser Erlös direkt zurück in die Sozialarbeit des DRK im Landkreis und zweitens müsse das zertifizierte Unternehmen nachweisen, dass es die Ware sowohl gesetzeskonform als auch fachgerecht verwerte. Den Hauptgrund für den Container-Wildwuchs sieht Patrik Lauinger in den derzeit hohen Erlösen für Altkleider. Er betont, dass das DRK im Landkreis Konstanz bereits seit 30 Jahren Altkleider sammle und eine entsprechende Logistik vorhalte, und zwar in „guten wie in schlechten Zeiten“.

So wurden im vergangenen Jahr vom DRK im Landkreis Konstanz in 260 Containern und bei zwei Straßensammlungen über 1200 Tonnen an Altkleidern gesammelt. Nur etwa 60 Prozent sind noch zu gebrauchen. „Selbst diese Menge würde unsere Kleiderkammern und Rotkreuzläden sprengen“, macht der Kreisgeschäftsführer deutlich, unterstreicht aber, dass die Kleiderspende trotzdem in doppelter Hinsicht wichtig für die Rotkreuz-Arbeit ist. Ein Teil der gesammelten Kleidung wird nämlich für den Katastrophenfall vorgehalten und eingelagert, damit im Bedarfsfall schnell und unbürokratisch Hilfe im In- und Ausland geleistet werden kann. Einiges wird auch für die Auslandshilfe des Kreisverbandes in Ungarn, Moldawien, in der Ukraine und in Weißrussland verwendet. Die restlichen Textilspenden werden durch den Verkauf an die Efiba zur Geldspende. Nicht mehr tragbare Kleidungsstücke werden dort unter anderem zu Putzlappen und zur Produktion neuer Materialien für Schall- und Wärmedämmung, Türverkleidungen oder Teppichböden verwendet. „Letztendlich dienen die gesammelten Altkleider also auch dem Ressourcen- und Klimaschutz“, erklärt Lauinger. Damit leiste das Rote Kreuz einen enormen Beitrag zum Umweltschutz. Auch die Kommunen profitierten von den verlässlichen DRK-Sammlungen, denn jede Tonne Alttextilien im Müll koste Geld. Für die Arbeit des DRK sind die Erlöse aus den Kleidersammlungen hingegen eine wichtige Geldquelle.

„Die einzige Möglichkeit auf den Wildwuchs zu reagieren, sehen wir im Moment darin, die Spender dahingehend zu sensibilisieren, dass sie genau hinschauen, wem sie ihre Altkleider spenden“, so Patrik Lauinger. Wer Wert darauf lege, dass seine Sachen von Bedürftigen weitergetragen werden, solle diese direkt bei den Kleiderkammern und Rotkreuzläden abgeben. Man sei zudem dabei, sukzessive im ganzen Landkreis die alten Container durch neue rote und weiße Sammelbehälter auszutauschen. Aus deren Aufschrift ist ersichtlich, in welche Tätigkeitsfelder des DRK die Einnahmen fließen.

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