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Konstanz Christoph Nix startet Initiative zur Rettung des Scala Kinos

Theaterintendant Christoph Nix ergreift die Initiative für einen Versuch der Rettung des Konstanzer Tradititonskinos an der Marktstätte. Bei einem ersten Gesprächsabend regte er die Bildung eines Exekutivkomitees an.

Nach dem Prinzip „besser spät als nie“ wollen Theaterleute und Kinofreunde einen Versuch unternehmen, das Scala-Kino an seinem jetzigen Standort in der Marktstätte 22 zu erhalten. Die Initiative dazu hatte Theaterintendant Christoph Nix ergriffen und zu einem Gesprächsabend ins Foyer der Spiegelhalle eingeladen.

Etwa 80 Personen waren der Einladung gefolgt – und Christoph Nix wusste zu motivieren: „Wir müssen irgendetwas machen.“ Untätig ist der Intendant nicht gewesen: er hat sich im Advent in einem Brief an den dm-Gründer Götz Werner gewandt. Ein dm-Drogeriemarkt soll in die Marktstätte 22 in die jetzigen Räume des Scala-Kinos einziehen. Im Brief kritisiert Nix, dass in Konstanz ein Stück Kultur für einen weiteren Drogeriemarkt geopfert werde. Nix' Idee: ob es nicht möglich sei, Werner zu überzeugen, in den Räumlichkeiten seines Marktes das Scala zu erhalten.

In der Debatte über die Zukunft des beliebten Programmkinos griffen viele diese Vorstellung auf. Gemeinderätin Gisela Kusche (FGL) begrüßte die Idee. „Wäre es eventuell ein Konzept, eine Kino-Drogerie zu gestalten?“ Der ehemalige Bürgermeister Volker Fouquet übte Kritik an der Stadt, die sich nicht für den Erhalt des Scala eingesetzt habe. Instrumente dazu, wie eine Veränderungssperre, hätten dem Gemeinderat zur Verfügung gestanden. Zwei Mitglieder des Vereins Zebra Kino wiesen auf die Probleme beim Betreiben eines kommunalen Kinos hin: „Es ist extrem schwer, ein Kino neu zu organisieren. Die Stadt wird nicht ein zweites Mal Zuschüsse gewähren“, sagte Ulrich von Varnbüler.

Christoph Nix wollte die Anwesenden nicht ohne konkreten Plan gehen lassen. Er regte die Bildung eines Exekutivkomitees an. Dessen Aktionen sollen zwei Richtungen haben: das Kino zu erhalten, wie es ist, und, falls dies misslinge, dm-Gründer Götz Werner die Kino-Idee nahe zu bringen. Acht Personen aus dem Publikum meldeten sich schließlich für das Komitee, Asmara Lechner vom Theater wird koordinieren. Auf deren Aktionen darf man gespannt sein.

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