Der frühere Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann wird neuer Vorstand und Geschäftsführer der Caritas Konstanz. Im kommenden Jahr übernimmt er die Aufgabe von Günter Tomberg, der in den Ruhestand geht.
Überraschendes Comeback für einen abgewählten CDU-Landtagsabgeordneten: Andreas Hoffmann, der im März den Wahlkreis Konstanz-Radolfzell-Höri an seinen grünen Mitbewerber Siegfried Lehmann verloren hatte, kommt als Caritas-Vorstand in exponierter Funktion zurück ins öffentliche Leben. Am Donnerstag gab Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Müller-Fehrenbach bekannt, dass Hoffmann die Nachfolge von Günter Tomberg antreten wird. Tomberg geht Anfang 2013 in Ruhestand, Hoffmann soll sich ab 1. September 2012 in die neue Aufgabe einarbeiten. Hoffmann und Müller-Fehrenbach, Ehrenvorsitzender der Kreis-CDU, sind enge Vertraute. Die Personalentscheidung bei der Einrichtung der katholischen Kirche sei in einem transparenten Verfahren und unter Mitwirkung der Erzdiözese zustande gekommen, hieß es.
Hoffmanns künftiger Zuständigkeitsbereich deckt sich fast identisch mit seinem alten Wahlkreis. Der Caritasverband Konstanz ist auch in Radolfzell tätig. Dort allerdings ist die evangelisch getragene Diakonie in der Führungsrolle. In Konstanz gilt die Caritas als Platzhirsch. Neben Kooperationen zwischen den beiden kirchlichen Einrichtungen gibt es auch Wettbewerbsgebiete. Mit Spannung wird erwartet, wie der langjährige Sozialpolitiker Hoffmann, der weiter als Kreisrat aktiv bleibt, mit dieser Situation umgeht.
Die neue Aufgabe des CDU-Politikers hat viele Facetten. Bei der Caritas Konstanz sind knapp 800 Mitarbeiter tätig, viele davon in Teilzeit. 30 Dienste und Einrichtungen trägt der Verband aktuell, sie gliedern sich in die Bereiche Kinder und Familien, Arbeitslose, Hilfsbedürftige, Behinderte und Senioren. Das größte laufende Projekt der Caritas Konstanz ist der Umbau des früheren Jugendwohnheims Don Bosco zu einem nach neuesten Erkenntnissen ausgestalteten Haus für Demenzkranke. Hoffmann kennt das Elf-Millionen-Euro-Projekt unter anderem durch seine politische Fürsprache in Stuttgart, wo er überraschend Fördergelder auftreiben konnte.
Günter Tomberg hatte den Posten als Vorstand und Geschäftsführer der Caritas im Jahr 1991 übernommen. Bereits zuvor hatte er bei dem katholischen Sozialwerk gearbeitet und war einige Jahre als Hörfunkjournalist tätig. Hoffmann übernimmt von ihm ein gut aufgeräumtes Haus: Tomberg kam in einer Krisensituation zur Caritas Konstanz und löste die Konflikte auf. Er gilt als Wegbereiter der integrativen Kindertagesstätte „Die Arche“ und hat sich um die Sanierung des Konstanzer Pflegeheims St. Marienhaus verdient gemacht. Auch das sozial orientierte Gebrauchtwarenkaufhaus Fairkauf hat er mit ins Leben gerufen. Auf der Höri hat die Caritas unter seiner Leitung erfolgreich das Gasthaus und Hotel Seehörnle aufgebaut, wo Behinderte und Nichtbehinderte zusammenarbeiten.
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Kommentar: Schwierige Aufgabe