Konstanz - Mit einem Lazarett hat die kleine Stadt auf dem Gelände des Hubschrauberlandeplatzes am Klinikum kaum etwas zu tun: In Containern wird derzeit ein hochmodernes Operationszentrum errichtet, in dem vier normale und ein aseptischer Saal zur Verfügung stehen. Soldaten, die in der Turnhalle des nahen Suso-Gymnasiums untergebracht sind, arbeiten das ganze Wochenende über, um am Klinikum so schnell wie möglich etwas Normalität herzustellen. Nach Inbetriebnahme werden die Patienten für Eingriffe mit Krankenwagen vom Hauptbau ins Provisorium gefahren, sagte Chefarzt Gert Müller-Esch.
Über Stunden hatte es so ausgesehen, als ob die Bundeswehr Konstanz hängen ließe. Obwohl 50 Prozent der Operationskapazitäten im Landkreis ausfallen, hatte das Verteidigungsministerium die Amtshilfe abgelegt. Im letzten Moment hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Jung bei CDU-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung interveniert. Der Minister gab schließlich persönlich die Order, dass Soldaten und Gerät von Dornstadt bei Ulm aus in Bewegung gesetzt werden. Oberbürgermeister Horst Frank sagte, er sei Andreas Jung zu großem Dank verpflichtet: "Das war ein toller Einsatz des Abgeordneten." Versorgungszentrum Bundeswehr 1 Versorgungszentrum Bundeswehr 2 Versorgungszentrum Bundeswehr 3
Im Klinikum selbst gehen die Aufräumungsarbeiten in den weitgehend zerstörten Operationssälen sowie in der Röntgenabteilung weiter. Der Schaden allein an Gebäude und Geräten liege im zweistelligen Millionenbereich, so Verwaltungschef Martin Stuke. Dazu komme der Einnahmeausfall in mindestens gleicher Höhe. Mit dem Sozialministerium des Landes, aber auch mit der Versicherung stehe man in ständigem Kontakt. Für Montag werden die letzten Analysen der Chemiker erwartet, die die ganze Klinik nach Schadstoffen untersucht haben. Für eine Belastung mit krebserregendem Dioxin gebe es bisher keine Anzeichen, sagte Müller-Esch
ich hör nicht.