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Konstanz Bürger senden Hilferuf an Stadt Konstanz

03.08.2012
Konstanz -  Anwohner des Seerheins haben genug vom Lärm in der Nacht: Sie fordern von der Stadt wirkungsvolle Gegenmaßnahmen.

Das Herosé-Areal am Seerhein ist attraktiv. Anwohner beklagen sich nun erneut über Lärm in der Nacht.  Bild: Hanser

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Kaum hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim das Glasverbot der Stadt abgeschmettert, kommt das nächste Problem auf die Verwaltung zu. Bürger beklagen massive Lärmstörungen am Seerhein. Sie haben ihren Brief an Oberbürgermeister Horst Frank, dessen Nachfolger Uli Burchardt, die Gemeinderatsfraktionen und das Bürgeramt mit „Hilferuf“ überschrieben. Die Bürgergemeinschaft Petershausen (BGP) hatte bereits im Frühjahr ein Konzept der Stadt für das Seeufer gefordert. Es müsse nun endlich vorgelegt werden, teilte die BGP auf SÜDKURIER-Anfrage mit.

Im Brief der Seerhein-Anwohner ist von einer Eskalation die Rede. „An warmen Sommertagen lagern am Ufer des Seerheins, vor allem am Herosé-Park und links und rechts der Bischofsvilla, Horden von jungen Leuten und produzieren eine Geräuschkulisse, die durch lautes Musikhören, sich verstärkenden Alkoholkonsum und die völlige Missachtung der Tatsache, dass hier Hunderte von Familien wohnen, eine angemessene Nachtruhe absolut unmöglich macht.“ Ihren Namen wollen die Familien trotz ihres Vorstoßes nicht in der Zeitung lesen, da ihre Balkone bereits Ziele von „geschossartigen Wasserbomben“ gewesen seien.

Die Bürger bitten die Stadt darum, einfach deren eigene Umweltschutz- und Polizeiverordnung umzusetzen mit einer Nachtruhe ab 22 Uhr. Sie laden die Politiker zu einem Vor-Ort-Termin in einer Sommernacht ein, um sich ein Bild zu machen. Es gehe aber nur um den Lärm nach 22 Uhr, schreiben sie. „Die Anwesenheit Hunderter von Badenden und sich vergnügenden Menschen tagsüber verläuft weitgehend reibungslos.“

Anwohner der Seestraße haben ebenfalls an Stadt und Stadträte geschrieben. Diese Woche sei es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Spätabends sei ein Spaziergänger von alkoholisierten Jugendlichen bedroht worden. Als die Polizei mit drei Streifenwagen vorfuhr, seien die Verdächtigen weg gewesen. Abhilfe kann aus Sicht der Bürger nur die Stadtverwaltung schaffen. Der Gemeinderat müsse die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen.



Grüne Hochschulgruppe und ihre Kundgebung
  • Was hat die Grüne Hochschulgruppe vor?
    Sie hat ihre Kundgebung am Samstag um 19 Uhr im Herosépark unter das Motto „Zusammen in Konstanz – Für einen verantwortvollen Umgang mit Glasflaschen gestellt“. Damit wollen die Studenten auffordern Alternativen zu finden, damit der öffentliche Raum von allen genutzt werden kann. Bei der Kundgebung sollen alle Interessen zur Sprache kommen.
  • Wer ist bei der Kundgebung dabei?
    Nicht nur Benjamin Wohnhaas, der mit seiner Klage vor Gericht das Glasverbot zu Fall brachte, wird im Herosépark sein, auch weitere Vertreter der ihn unterstützenden Grünen Hochschulgruppe. Wie diese erklärte, wurde auch bei Anwohnern angefragt, ob ein Vertreter an der Kundgebung teilnehmen möchte. Zudem bestehe Kontakt zu den Nachtwanderern. Es soll demonstrativ aus Glasflaschen getrunken werden um zeigen, dass ein verantwortungsvoller Umgang damit möglich ist.
  • Was soll mit der Aktion erreicht werden?
    Eine ehrliche Diskussion, erklärt die Hochschulgruppe, Verbote würden nicht weiterhelfen. Eine professionelle Mediation sei notwendig, damit künftig ein Scherbenmeer, aber auch Probleme mit Feiernden entlang dem Seerhein und Bodenseeufer vermieden werden. Die Grüne Hochschulgruppe stehe bereit, an Konzepten wie in Zürich und Berlin-Kreuzberg mitzuarbeiten, erklärte sie in der Pressemitteilung.
 

Polizeieinsätze mit Blaulicht sieht die BGP ebenfalls nicht als Lösung. Sie fordert von der Stadtverwaltung wirkungsvolle Maßnahmen. Die geltende Verordnung müsse aktiv durchgesetzt werden, „auch wenn dies zu Nachtdiensten der Ortspolizei führt und vielleicht wegen der ausfallenden Tagesstunden einige Parksünder weniger gestellt werden“. Zudem müsse die vom Bürgeramt bereits im Mai angekündigte neue Konzeption des Sozial- und Jugendamtes, um Konflikten am Seeufer zu begegnen, endlich vorgelegt werden. „Regelmäßige präventive nächtliche Streifen von Orts- und Landespolizei, ergänzt durch Sozialarbeiter, dürfen nicht an personalrechtlichen Regelungen scheitern."

Der Vorstoß richte sich nicht gegen die friedlichen Nutzer des Seeufers. Die Bürgergemeinschaft habe den breiten Uferstreifen schließlich vor Jahren gefordert, heißt es weiter. Es bestreite auch niemand das Recht junger Leute, sich friedlich zu versammeln. Problem ist aus Sicht der BGP der Alkoholkonsum, der zu Regelverstößen führe.

In einem Brief an die BGP hatte das Bürgeramt das Konzept angesprochen. Der Gemeinderat habe die von der Stadt vorgeschlagenen Sicherheitsdienste am Seeufer abgelehnt und das Konzept in Auftrag gegeben. Die Stadt hatte zudem im Frühsommer gemeinsam mit den Nachtwanderern „Seegespräche“ vor Ort angeboten.

fehlplanung
meiner meinung nach was es von anfang an ne fehlplanung direkt hinter eine schöne uferpromenade ... mehr ...
Alles wird zugebaut ... und die Jugend muss weg!
Ist ja mal wieder typisch.

Erst wird wieder eine Grünfläche mehr überbaut, und dann ... mehr ...
Leider will ja niemand
Leider ist es doch heute üblich, alle Problem wegzuschieben und deren mögliche Lösungen mit dem ... mehr ...
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