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Konstanz Bürger meinen: Das Maß ist voll!

15.03.2006
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Konstanz (rin) Bürger wehren sich grenzüberschreitend gegen den Bau weiterer Mobilfunkantennen in Konstanz. Auslöser sind Pläne für Anlagen auf dem Dach des Einkaufzentrums Lago. Die Grundversorgung sei in Konstanz schon lange erreicht, stellte Günter Dolak von der "Bürgerinitiative für humanen Mobilfunk" in einer Versammlung mit rund 40 Anwohnern aus Stadelhofen sowie Gästen aus der Schweiz fest.

Dolak beklagte einen Antennen-Wildwuchs. Die Überversorgung gefährde unnötig die Gesundheit. Es sei schließlich nicht notwendig, den Empfang in jedem Kellerloch sicher zu stellen. Die Initiative zählt in Konstanz 52 Standorte für Mobilfunksender, darunter 25 UMTS-Anlagen.

Bürger aus Konstanz und Kreuzlingen sammeln jetzt Unterschriften gegen den Bau der Lago-Antennen und für eine Ortspolitik, die alle Möglichkeiten ausschöpft, dem unkkordinierten Ausbau weiterer Mobilfunkantennen zu begegnen. "Dazu braucht es den Willen der Stadtverwaltung, die Gesundheit der Bürger über alle anderen Erwägungen zu stellen", sagte Günter Dolak. Um dies zu erreichen müssten Bürger ihre Vertreter im Gemeinderat in die Pflicht nehmen, empfahl Anne Mühlhäußer, selbst Stadträtin und Mitbegründerin der Mobilfunkinitiative. Bislang habe die Konstanzer Verwaltung den Standpunkt vertreten, sie müsse sich nur mit baurechtlichen und gestalterischen Fragen des Mobilfunks auseinandersetzen. Im Strahlungsfeld der auf dem Lago-Center geplanten Antennen liegen nach Angaben Dolaks die Seniorenresidenz Tertianum, Klein Venedig, die Eishalle in Kreuzlingen und das dicht besiedelte Stadelhofen. Für ein Gebäude, das etwa 40 Meter entfernt zum Lago-Center steht, errechnete Dolak eine hohe Strahlenlast. Dazu summierten sich Einflüsse durch andere Antennenanlagen, etwa auf dem Karstadt-Gebäude.

Mobilfunk könne unter anderem das Nerven-, Hormon- und Herz-Kreislauf-System negativ beeinflussen sowie Gen-Schäden und Krebs verursachen, legte Markus Lauener dar, Vorstandsmitglied von "Gigaherz Schweiz". Stefan Zbornik von der "Interessensgemeinschaft für ein strahlungsfreies Kreuzlingen" hält es für möglich, dass die geplanten Antennen auf dem Konstanzer Lago-Center gegen internationale Vorschriften verstoßen. Bislang hätten weder Behörden aus Deutschland noch aus der Schweiz bestätigt, dass der Frequenzplan eingehalten werde. Nach diesem dürften die Antennen nicht weiter als 15 Kilometer über die Landesgrenze strahlen.

Stefan Zbornik legte dar, wie in der Schweiz der Bau weiterer Mobilfunkantennen faktisch gestoppt sei. Das Bundesgericht habe vor etwa einen Jahr festgestellt, die Betreiber erfüllten Auflagen nicht. Seitdem liegt in der Schweiz der Bau von etwa 700 Antennen auf Eis.

Konstanz
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