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Konstanz Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis

18.03.2004
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McKinsey en miniature - so könnte man das Projekt einer derzeit 24-köpfigen Studentengruppe an der Uni Konstanz nennen, die ihre eigene kleine Unternehmensberatung aufgebaut haben. Zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Verein "Praxiskontakte e.V." vor allem mittelständischen Betrieben im Bodenseeraum eine vielfältige Palette an Beratungsleistungen an.

Mit McKinsey, der größten deutschen Unternehmensberatung und gleichzeitig späterer Traumarbeitgeber vieler Verwaltungswissenschaftsstudenten, können sich die Mitglieder von "Praxiskontakte e.V." zwar nicht messen. Dennoch, von Marktanalysen, Strategieberatung, Projekt- und Qualitätsmanagement bis hin zu Empirischer Sozialforschung, Personalberatung und Controlling kann die studentische Unternehmensberatung mit einem beachtlichen Tätigkeitsprofil aufwarten. "Unser Ziel ist es, eine möglichst große Plattform bzw. eine Datenbank für Wissensmanagement aufzubauen", so Niels Kuchenbuch, Finanzvorstand von "Praxiskontakte e.V.". Um dieses Ziel realisieren zu können, bündelt der Verein die verschiedenen Qualifikationen von Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen in interdisziplinären Projektteams. In wöchentlich stattfindenden Sitzungen tauschen die Mitglieder aus Rechts-, Wirtschafts-, Geistes- und Naturwissenschaften ihr Fachwissen durch Vorträge aus, die für das Feld der Unternehmensberatung nützlich sein können. Zusätzlich besucht der Verein Workshops und Seminare, die der BDSU (Bund Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen) und JC Network regelmäßig veranstalten. In diesen beiden Bundesverbänden sind deutschlandweit insgesamt circa 50 studentische Unternehmensberatungen Mitglied. Falls doch einmal professionelle Unterstützung nottut, steht ein Kuratorium von Professoren der Uni Konstanz aus Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungswissenschaften den Studenten beratend zur Seite, die in Sachen Management, Unternehmenspolitik und Ökonometrie spezialisiert sind.

Wenn es schließlich soweit ist und ein Unternehmen die Studenten mit einem speziellen Auftrag betraut, schließen sich eine Handvoll Mitglieder zu einem Team zusammen und gründen für die Dauer des Beratungsprojekts eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Gewinne darf "Praxiskontakte e.V." als gemeinnütziger Verein jedoch nicht erzielen. "Von den Firmen verlangen wir nur etwa zehn Prozent an Honorar, das Profis verlangen würden", so Vorstandsvorsitzende Katja Schwanke, "Das deckt dann mehr oder weniger die Aufwandsentschädigung ab." Durch das niedrige Honorar können vor allem Aufträge von Firmen an Land gezogen werden, deren finanzieller Spielraum für Beratungsdienstleistungen relativ eng ist. Die Dumping-Preise scheinen jedoch nicht die Qualität in den Keller zu drücken: "Nach jedem Projekt schicken wir unserem Auftraggeber einen Fragebogen zu, in welchem unsere Leistung bewertet werden soll", meint Kuchenbuch, "Die Resonanz war bisher eigentlich immer positiv."

An Referenzen mangelt es der 1998 gegründeten Unternehmensberatung nicht. Die günstige Lage im 3-Länder-Eck ermöglicht es den Studenten, im ganzen Bodenseeraum aktiv zu sein - auch in der Schweiz. So hat "Praxiskontakte e.V." im vergangenen Jahr unter anderem eine Bürgerbefragung für eine Kommunalverwaltung durchgeführt, eine Zufriedenheitsanalyse für eine Firma im Gesundheitsbereich und einen Businessplan für das Rechenzentrum der Uni Konstanz erstellt.

Andrea Keil

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