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Konstanz Breite Allianz kämpft fürs Bildungshaus

Die Förderung des Modellprojekts Bildungshaus 3-10 geht zu Ende. Die Dingelsdorfer haben gute Erfahrungen gemacht und finden Mitstreiter für die Fortführung.

Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen schwärmen vom Bildungshaus 3-10. Die Förderung der Kinder, der fließende Übergang in die Schule, die soziale Entwicklung der Kinder und vor allem der angstfreie Übergang vom Kindergarten in die Schule durch die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen werden in den Gesprächen immer erwähnt. Im Jahr 2007 wurde das Modellprojekt in Dingelsdorf eingeführt. Lehrerinnen und Erzieherinnen erarbeiteten eigenständig ein Konzept. Die Arbeit wurde wissenschaftlich vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) Ulm begleitet. Zum Schuljahresende 2014/2015 läuft das Projekt allerdings aus. Für den Dingelsdorfer Ortsvorsteher Heinrich Fuchs steht fest: „Niemand von uns will zum Zustand vor 2007 zurück.“ Die Dingelsdorfer treten für eine Weiterführung des Bildungshauses ein und erhalten von der CDU-Gemeinderatsfraktion Unterstützung.

Der Erfolg des Modellprojekts ist auf die Pionierarbeit der Erzieherinnen und Lehrerinnen von Kindergarten und Grundschule Dingelsdorf zurückzuführen. Als Dingelsdorf als Modellstandort ausgewählt wurde, „hatten alle anfangs üben müssen mit dem Freuen“, so Heinrich Fuchs. „Es gab keine Vorgaben, das war für mich das Faszinierende“, bestätigt auch Beata Williams von ZNL, die das Dingelsdorfer Projekt wissenschaftlich begleitete. „Ziel war die Entwicklung und Erprobung neuer Formen der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule“, so Williams. Damit verbunden sollte analysiert werden, wie sich das Bildungshaus auf die Lernentwicklung, die Persönlichkeits- und sozial-emotionale Entwicklung der Kinder auswirkt. Auch wenn die Forschungsergebnisse noch nicht vorliegen – Eltern, Lehrerinnen und Erzieherinnen sprechen von einem Erfolg. Sie wollen das Bildungshaus und die enge Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule fortführen.

„Der Versuch läuft aus und damit auch die finanzielle Förderung“, hält Wolfgang Müller-Fehrenbach von der CDU-Gemeinderatsfraktion fest. Die CDU-Fraktion ist ebenfalls überzeugt von der Qualität des Bildungshauses, die eine „bruchfreie Bildungsbiographie“ ermögliche, so Müller-Fehrenbach. Die CDU-Fraktion hat bereits einen entsprechenden Antrag gestellt, damit das Thema im Schulausschuss und im Gemeinderat behandelt wird. Wolfgang Müller-Fehrenbach ist es wichtig, frühzeitig das Thema aufzugreifen, denn es geht wie üblich um das Problem der Finanzierung. Die zusätzliche Arbeit, die Erzieherinnen und Lehrerinnen für die enge Verzahnung von Kindergarten und Grundschule und für die gemeinsamen Projekte leisten, muss bezahlt werden. Und da sieht Wolfgang Müller-Fehrenbach die Stadt in der Pflicht.

Auch Pfarrer Bernd Zimmermann – die katholische Kirche ist Träger des Dingelsdorfer Kindergartens – hebt immer wieder die hervorragende Arbeit des Bildungshauses hervor. Er will sich ebenfalls für den Erhalt, respektive die Weiterführung des Erfolgskonzeptes in Dingelsdorf einsetzen. Kulturbürgermeister Andreas Osner findet das Prinzip Bildungshaus gut. Er kann sich vorstellen, sich für eine weitere Landesförderung einzusetzen. „Aber wir müssen es erst einmal formal in den Gemeinderat bringen“, so Osner. Auch wenn der Erfolg noch nicht wissenschaftlich mit Daten, Fakten und Zahlen belegt ist, steht für Ortsvorsteher Heinrich Fuchs fest: „Das positive Feedback von allen Seiten spricht für sich.“


Das bezweckt das Modellprojekt

Das Konzept: Das Bildungshaus 3-10 ist ein auf sieben Jahre angelegtes Modellprojekt des Kultusministeriums Baden-Württemberg. Ziel ist es, Kindergärten und Grundschulen zu vernetzen und einrichtungsübergreifende Lern- und Spielzeiten in jahrgangsgemischten Gruppen anzubieten. Es sollen Lust auf Lernen und Wissensbereicherung gemacht, soziale Kompetenzen vermittelt und ein nahtloser Übergang vom Kindergarten in die Schule ermöglicht werden.

Der Versuch: Von rund 200 Bewerbern in Baden-Württemberg wurden 32 Modellstandorte gewählt, darunter die Grundschule und der Kindergarten in Dingelsdorf. Im Jahr 2007 wurde das Projekt eingeführt. Für die Dauer des Modellversuchs stellte das Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt 3,7 Millionen Euro für Projekt- und Personalkosten im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung zur Verfügung. Die Träger der Einrichtungen haben für zusätzliche Personal- und Sachkosten selbst aufzukommen.

Die Begleiter: Die wissenschaftliche Begleitung des Bildungshausprojektes durch das Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) wurde vor den Sommerferien beendet und die Auswertung erfolgt jetzt. Bis Ende des Schuljahres 2014/2015 läuft das Modellprojekt in Dingelsdorf noch weiter. (as)

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