Noch immer ist die Feuerwehr mit Löscharbeiten beschäftigt: in einem einsturzgefährdeten Haus konnte das Feuer noch nicht vollständig gelöscht werden. Vermutlich werden die Löscharbeiten noch das ganze Wochenende andauern, teilt die Polizei mit. Zur Brandursache gibt es noch keine neuen Erkenntnisse.
+++ 8.00 Uhr +++
Statiker werden sich im Laufe des Tages die Gebäude ansehen, um zu entscheiden, ob sie abgestützt werden müssen. Das Technische Hilfswerk bereitete nach Auskunft der Feuerwehr am frühen Morgen bereits entsprechende Stützen vor.
Die endgültige Klärung der Brandursache steht noch aus. Nach ersten Erkenntnissen war ein Adventskranz, der an einem Deckenbalken im Treppenhaus eines der Gebäude hing, zu Boden gestürzt. Ein endgültiges Ergebnis gibt es jedoch erst, wenn die Sachverständigen die Brandruinen nach Ende der Löscharbeiten betreten dürfen.
+++ 4.00 Uhr +++ „Das Feuer ist noch immer nicht aus und es wird weiter gelöscht“, sagte ein Sprecher der Polizei gegen 4.00 Uhr morgens. Die Feuerwehr hatte am Abend erklärt, es gebe noch immer mehrere Brandherde und es werde etliche Stunden dauern, bis das Löschwasser und der Schaum auch die letzte Glut erreichen.
Donnerstag
+++ 22 Uhr +++ THW und Feuerwehr sind weiter im Einsatz. Noch immer stehen Rauchwolken über der Stadt.
+++ 19.15 Uhr +++ Das THW (Technisches Hilfswerk) hat die ersten Wände abgestützt. Der Ortsverband Baden-Baden hilft mit einem speziellen Sicherungssystem, das kleinste Bewegungen der Wände anzeigt. Die vom Schuhgeschäft übrig gebliebene Wand hat sich kurz zuvor bewegt. „Im Moment ist sie aber stabil“, sagt Einsatzleiter Wolfgang Rüdiger vom THW Konstanz.
+++ 17 Uhr +++ Die Kriminalpolizei hat erste Erkenntnisse zur Brandursache. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen könnte ein Adventskranz, der an einem Deckenbalken im Treppenhaus des zweiten Obergeschosses hing, das Feuer ausgelöst haben, sagte Michael Aschenbrenner, Sprecher der Polizeidirektion Konstanz. Demnach könnten Teile im Flur nach unten gefallen sein, daher sah der Zeuge im Hauseingang Flammen. Es deute nichts auf vorsätzliche Brandstiftung hin. +++ 16. 30 Uhr +++ Die Hilfsbereitschaft in der Stadt ist groß. Viele Menschen haben Wohnungen oder Kleider angeboten. Die Stadtverwaltung bemühte sich darum, die obdachlos gewordenen Menschen unterzubringen. "Für eine fünfköpfige Familie haben wir etwas gefunden", sagte Hans-Rudi Fischer, Leiter des Bürgeramts. Alle anderen seien privat untergekommen oder seien in Urlaub.
+++ 15.30 Uhr +++ Frank Mienhardt, Leiter des städtischen Denkmalamts, bezeichnete den Einsturz des Hauses als Katastrophe für das mittelalterliche Konstanz. Es sei der schlimmste Brand seit 40 Jahren. Das Haus stamme im Kern aus der Zeit um 1300. "Es war ein ganz altes mittelalterliches Steinhaus." Die neueren Teile stammten aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Das "Haus zum Bub" wurde erstmals 1445 schriftlich erwähnt. Die wertvolle Innenaustattung war durch die Barockzeit geprägt. Das schwer beschädigte Haus in der Hussenstraße stammt aus dem 14. Jahrhundert. Es ist ebenfalls einsturzgefährdet.
+++ 15 Uhr +++ Das Eckhaus Kanzlei-/Hussenstraße ist eingestürzt. Zunächst waren Teile der Dachstühle und Decken eingestürzt. Hannes Kumm, Hochbauamtsleiter der Stadt, ließ das Technische Hilfswerk (THW) rufen, um das stark betroffene Eckhaus abzustützen. Das im Kern mittelalterliche Haus hatte über der ersten Etage Stahlträger. „Das Holz hält immer, problematisch ist der Stahl, der sich in der Hitze biegt“, erläuterte er. Doch es stürzte trotzdem ein.
+++ 14.30 Uhr +++ Ein Feuerwehrmann wird bei Löscharbeiten durch umherfliegende Trümmer leicht verletzt.
+++ 14 Uhr +++ Nach über sieben Stunden ist der Großbrand in der Konstanzer Altstadt noch immer nicht gelöscht. Der Dachstuhl eines Hauses in der Hussenstraße brennt nun ebenfalls. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass nur zwei Häuser vom Brand betroffen sind, neben dem Eckhaus das benachbarte Gebäude in der Hussenstraße. Die Flammen griffen aber auf ein benachbartes Haus in der Kanzleistraße und auf ein viertes Gebäude, das im Hinterhof angebaut ist, über. Ein Sprecher der Feuerwehr schätzte den Schaden auf mindestens fünf Millionen Euro.
+++ 12 Uhr +++ Die Feuerwehr hat alle Mühe, den Brand in den Griff zu bekommen. Sie versucht vor allem, ein Übergreifen auf weitere Häuser der eng bebauten Altstadt zu verhindern. Nach derzeitigem Stand gibt es zwei Verletzte. Bei einem Bewohner war lange nicht klar, ob er sich im Gebäude befindet. Die Feuerwehr konnte nicht zu seinem Zimmer vordringen. „Es ist jetzt sicher, dass er nicht im Haus war“, sagte Michael Aschenbrenner, Sprecher der Polizeidirektion Konstanz.
+++ 11 Uhr +++ Wo das Feuer ausbrach, sei nach wie vor nicht klar, sagte der Polizeisprecher. Zur Ursache konnte er ebenfalls noch nichts sagen. Die Flammen griffen aber sehr schnell auf weitere Stockwerke und das benachbarte Gebäude über. „Es ging keine zehn Minuten, da brannte der Dachstuhl“, sagte ein Augenzeuge.
+++ 10 Uhr +++ Neben der Konstanzer Feuerwehr war zunächst die Feuerwehr aus Kreuzlingen im Einsatz. Später wurden Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis alarmiert, um die erschöpften Einsatzkräfte abzulösen. Der Einsatz werde bis zu drei Tage dauern, schätzt Nikolaj Schutzbach, Sprecher der Feuerwehr Konstanz. „Da brauchen wir Ersatzkräfte, damit sich unsere Leute erholen können.“ Insgesamt seien rund 250 Einsatzkräfte vor Ort, so von den Maltesern, dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz), vier Notärzte, etliche Beamte der Polizeidirektion Konstanz und das THW.
+++ 8.15 Uhr +++ Ein Augenzeuge, der zu den Ersthelfern gehörte, berichtet von dramatischen Szenen. Als er kurz vor acht Uhr mit seinem Fahrrad am Haus an der Ecke Kanzlei-/Hussenstraße vorbeikam, sah er einen Mann im Flur des Erdgeschosses inmitten von Flammen stehen. Er habe einen verwirrten Eindruck gemacht, seine Haare zeigten leichte Verbrennungen. Mitarbeiter der Straßenreinigung halfen, den 84 Jahre alten Mann zu retten. Er wurde ins Klinikum gebracht. Die Feuerwehr war einige Minuten nach acht Uhr am Einsatzort. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus. Die Feuerwehrleute bargen eine 73 Jahre alte Frau mit der Drehleiter aus dem Fenster eines der Häuser. Beide Verletzte haben Verbrennungen, sagte Michael Aschenbrenner.
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