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Konstanz Bodenseegeschichte ist nun auch online verfügbar

Für Studenten, Interessierte und Wissenschaftler gibt es nun eine umfassende Datenbank mit historischen Zeitschriften über den Bodensee. Dank eines gemeinsamen, länderübergreifenden Projekts konnten 350 000 Seiten eingescannt werden.

Rund 350 000 Seiten an historischen Zeitschriften hat der Verein Bibliotheken der Regio Bodensee mit Hilfe der Universität Konstanz eingescannt und zur freien und kostenlosen Verfügung ins Internet gestellt. Die digitale Bibliothek macht es nun möglich, die Bestände aus Standorten rund um den Bodensee, also auch aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein, an einem Ort zusammenzufassen. „Das Portal stellt eine immense Arbeitserleichterung für Wissenschaftler und Historiker dar, die sich für die Geschichte des Bodensees interessieren“, sagte Harald Weigel, Direktor der Vorarlberger Landesbibliothek und Präsident des Vereins Bibliotheken der Regio Bodensee, während der Präsentation der neuen Internetseite in der Universität Konstanz.

Die wissenschaftlichen Zeitschriften stammen aus dem Jahr 1722 bis 2012. Es sei nicht Ziel gewesen, Raritäten zu digitalisieren, sondern eine möglichst umfangreiche Sammlung der Bodenseeregion zu erstellen, sagte Petra Hätscher, Direktorin des Kommunikations-, Informations- und Medienzentrums der Uni Konstanz. Das Digitalisierungsprojekt startete 2006. Doch erst im Jahr 2012 war die Erfassung der Zeitschriften beendet gewesen. An mehreren Standorten der beteiligten Bibliotheken wurden insgesamt 46 Zeitschriften eingescannt. Dann folgte die technische Aufarbeitung. Neben dem einfachen Blättern ist auch eine Volltextrecherche möglich. Davon versprechen sich die Initiatoren neue Potentiale für die historische Bodenseeforschung. Eine zeitschriftenübergreifende Suche nach Personen oder Orten kann so unentdeckte Querverbindungen aufzeigen.

Diese Funktion stellte die Techniker jedoch vor eine große Herausforderung. Bei älteren Texten, die in Fraktur gedruckt sind, sei eine Volltextsuche manchmal noch schwierig, gab Petra Hätscher zu. Ebenfalls können die Seiten bequem heruntergeladen und ausgedruckt werden. Für Studenten und Wissenschaftler gibt es noch einen besonderen Service: „Alle Seiten sind mit einem dauerhaften Link versehen und können so auch für Fußnoten verwendet werden“, sagte Ralf Goebel, Direktor des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg. So ist garantiert, dass die angegebenen Quellen für viele Jahre zugänglich sein werden. Die Digitalisierung erfolgte im Rahmen des Interreg IV-Projektes „Kulturelles Erbe der Regio Bodensee online“, die das insgesamt rund 279 000 Euro teure Vorhaben mit 105 000 Euro unterstützte. Der Verein Bibliotheken der Regio Bodensee hat ebenfalls bei allen Verlagen die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Zeitschriften eingeholt.

Für den Konstanzer Historiker Arnulf Moser ist diese Online-Bibliothek eine nützliche Neuerung. „Ich muss nun nicht mehr in die Bibliothek fahren, wenn ich einen Aufsatz brauche“, sagte er. In die technische Bedienung der Internetseite werde er sich allerdings erst einarbeiten müssen, sagte er. Eine kostenpflichtige Fernleihe von historischen Zeitschriften aus anderen Bibliotheken könne er sich in Zukunft sicher sparen.

Die digitale Bibliothek im Internet: www.bodenseebibliotheken.de

 

Hintergrund: Ein internationales Digitalisierungsprojekt

Die 46 durchgängig deutschsprachigen Zeitschriften stammen aus unterschiedlichen Bibliotheken rund um den Bodensee. Sie sind seit dem 18. Jahrhundert in Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg sowie den Schweizer Kantonen Appenzell-Innerhoden, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau erschienen. Die digitale Bibliothek wird vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg betreut und soll in Zukunft auch mit der Bodenseedatenbank verknüpft werden. Diese wird schon seit 1976 geführt und verzeichnet mehr als 98 000 Titel. (ans)

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