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Konstanz Blasmusik erobert den Kula

22.02.2010


Der Kulturladen platzte am Freitagabend aus allen Nähten: LaBrassBanda spielten zum ersten Mal in Konstanz und trafen gleich auf eine große Fangemeinde. „Wir dachten, wir spielen hier vor 20 Leuten“, erzählte Frontmann und Trompeter Stefan Dettl, und erntete damit Pfiffe und Applaus. Die fünf Musiker aus dem Chiemgau, neben Dettl Andreas Hofmeir, Tuba, Manuel da Coll, Schlagzeug, Manuel Winbeck, Posaune und Oliver Wrage, E-Bass, hatten all ihre Hits dabei und das Publikum ertrotzte sich sogar noch zahlreiche Zugaben.

Eigentlich ist LaBrassBanda ja eine Blasmusikkapelle mit E-Bass. Doch den technisch absolut versierten Musikern gelingt es, mit ihren Instrumenten jeden Stil zu spielen. Neben lässigem, tiefenentspanntem Reggae gibt's „Rythm is a Dancer“ von SNAP! als eine Blasmusik-Techno-Nummer, die Eigenkomposition „Chancenlos“ ist ein Tango. Zu der Musik kommen die wunderbaren Texte, bayerischer Dialekt vom Feinsten mit einer Menge Witz und Ironie – wenn man sie versteht. Sänger Dettl legt dabei manchmal ein solches Tempo an den Tag, dass man nur staunend zuhören kann. Gut verständlich ist der Text eines ruhigen „Stückls“, die Beschreibung einer unbekannten Schönen: „Ihr gsicht war makellos und as gstell grandios.“ Die Musiker verbindet auf der Bühne neben ihrer Kleidung – in Lederhosen und barfuss – absoluter Spaß bei ihrem Auftritt. Jeder ist für den Gesamterfolg gleich wichtig. Hofmeir tut sich als begabte Schauspielerin hervor, da Coll und Winbeck leisten Dettl auch sängerische Unterstützung. Sie sind ein eingespieltes Team, der prallvolle Tourkalender sorgt für Routine. Die Spontaneität früherer Auftritte bleibt da ein wenig auf der Strecke.

Der Stimmung im Kula tat das von Anfang an keinen Abbruch, auch wenn die zweite Hälfte deutlich mitreißender war als die erste. Zahlreiche textsichere Fans, eine Gruppe sogar im Dirndl, waren gekommen, um ihre Lieblinge zu bejubeln. Das Publikum ließ sich bereitwillig auf gemeinschaftliche Yoga-Übungen ein, hielt sich an Dettls Vorgabe, blasmusik-untypisch auf 2 und 4 zu klatschen, um die Temposteigerungen der Band mitzuhalten und lernte sogar bayrisch.

Die Nähe zum Publikum zeigte sich am Ende: Das Schlagzeug wurde kurzerhand auseinandergebaut und die Musiker starteten eine Prozession durch Zuschauerraum und Bar hin zum Balkon. Dort endete das Konzert, ohne technische Verstärkung und zwischen den Fans. Der ehemalige Festivalgeheimtipp LaBrassBanda ist in den Clubs angekommen. Großartig.

SUSANNE PANTEL

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