Konstanz (as) Die Jugendlichen der Seelsorgeeinheit Petershausen sind schon ganz aufgeregt. Am Freitag treffen 18 junge Menschen aus Israel ein. Es wird eine Begegnung "alter" Freunde, denn die jungen Konstanzer waren vor knapp einem Jahr zu Gast in Israel. Wer glaubt, bei dieser Jugendbegegnung gehe es um eine Party, der irrt allerdings. Geboten wird ein vielfältiges Programm, damit die Gäste aus dem Nahen Osten auch die Lebensumstände in Deutschland kennen lernen.
"Es ist bereits die dritte Jugendbegegnung innerhalb von dreizehn Monaten", an der Jugendliche aus der Seelsorgeeinheit Petershausen teilnehmen, stellt Pfarrer Andreas Rudiger fest. Er findet derartige Aktionen wichtig, denn auf diese lebendige Art des Austausches werde Toleranz und Offenheit gefördert. Es gehe um das Kennenlernen und Verstehen anderer Lebenssituationen und Lebenswelten. Dies könne nicht durch den Unterricht vermittelt werden, man müsse es erleben. Nur durch Verständnis könne sich etwas zum Positiven wandeln. Pfarrer Rudiger sieht deshalb die "Jugendlichen als Multiplikatoren für eine friedfertige, gerechte Welt."
Vor knapp einem Jahr waren Mädchen und Jungen der Seelsorgeeinheit Petershausen zu Gast in Israel. Die Erinnerungen an diese Reise sind noch sehr lebendig. Die Jugendlichen sind auf den Spuren Jesu gewandelt, haben aber auch gleichzeitig das anders geartete Leben der Gleichaltrigen in Israel kennen- und ein wenig verstehen gelernt. Es sind Freundschaften entstanden, die zu intensiven E-Mail-Kontakten geführt haben.
Jetzt ist es endlich soweit. Die Freunde aus Israel kommen zum Gegenbesuch, der als völkerverbindende Aktion vom Bundesjugendplan gefördert wird, nach Konstanz. "Wir freuen uns riesig, dass sie kommen", sagen die jungen Konstanzerinnen und Konstanzer, die ein facettenreiches Programm für ihre Gäste zusammengestellt haben. Wenn die Israelis am Freitag in Konstanz eintreffen und von ihren deutschen Freunden und von dem CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Jung begrüßt werden, dann stehen ihnen eindrucksvolle zehn Tage bevor: Empfang im Rathaus, Ausflüge nach Meersburg und auf die Haltnau sowie eine Exkursion in den Europapark, denn es soll Zeit und Raum für Gespräche und vergnügliche Erlebnisse geben.
Gleichwohl ist den Konstanzer Jugendlichen daran gelegen, nicht nur die schöne heile Welt zu präsentieren, sondern ein realistisches Bild der hiesigen Lebensumstände zu vermitteln. Deshalb findet nicht nur eine Stadtführung durch Konstanz statt, auch der Besuch von sozialen Einrichtungen ist ihnen wichtig, um den Israelis einen Einblick in das Leben sozial schwächerer Menschen in Deutschland zu geben. Natürlich nehmen die jugendlichen Besucher Anteil am normalen Familienleben in Konstanz, da sie in Gastfamilien untergebracht sind. Auf ein Ereignis freuen sich übrigens alle Beteiligten: Die ganze Gruppe wird gemeinsam das Seenachtfest-Feuerwerk erleben, und zwar auf außergewöhnliche Weise. Sie werden dem Konstanzer Münster aufs Dach steigen, dort picknicken und gemeinsam das Himmelsspektakel bewundern. Zum Abschluss der Jugendbegegnung gibt es am 16. August ein Abschiedsfest in St. Gebhard (bei schlechtem Wetter in Bruder-Klaus) und am 17. August, 11 Uhr, wird ein gemeinsamer Abschieds-Gottesdienstes in St. Gebhard gefeiert.