Die Ermittlungen zum Flugzeugabsturz in Konstanz laufen auf Hochtouren. Erste Voruntersuchungen hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BfU) in Braunschweig abgeschlossen, weitere werden laut Jens Eisenreich von der Behörde folgen. Stichhaltige Erkenntnisse zur Absturzursache hat er noch nicht. Als erste vorsichtige Einschätzung sagt er: „Das Wetter war perfekt.“
Damit reduzierte er die Möglichkeit, wonach der Absturz am Flugplatz mit schlechtem Wetter in Zusammenhang stehen könnte. Mehr Klarheit wird Eisenreich als Zuständiger für diesen Unfall in den kommenden Wochen erhalten, wenn die Analysen fortgeschritten sind. Ein Beauftragter der BfU sammelt Daten für objektive Kriterien und arbeitet währenddessen einen Katalog an Fragen ab. Unterm Strich sollen zum Beispiel Fakten stehen, welche Bedingungen zu diesem Zeitpunkt vorherrschten, um welche Maschine es sich handelte und wie der Flugplatz beschaffen ist, um sich der Unfallursache zu nähern. Wie berichtet, ist am Samstagabend ein einmotoriges Flugzeug beim Start abgestürzt. Der Pilot wurde leicht, eine Mitreisende schwer verletzt. Zwei weitere Personen aus einer Fallschirmspringergruppe am Boden wurden ebenfalls verletzt.
Die vom BfU-Beauftragten vor Ort gesammelten Daten wertet Jens Eisenreich aus. Bevor ein Abschlussbericht erscheint, in dem die Absturzursache stehen kann, fasst der Mitarbeiter der BfU den Zwischenstand zusammen und veröffentlicht diesen in einem der monatlich erscheinenden Bulletins der Behörde (www.bfu-web.de).
„Wir arbeiten unter Hochdruck“, sagt auch Michael Aschenbrenner, Pressesprecher der Konstanzer Polizeidirektion. Seine Kollegen der Kriminalpolizei sammeln ebenfalls Hinweise, wie es zu dem Absturz kommen konnte. Die Ermittler gehen der Frage nach: „Kann man einen technischen Mangel erkennen?“, erklärt Aschenbrenner. Zeugenaussagen hätten ergeben, dass der Pilot mit niedriger Geschwindigkeit geflogen sei. „Das war ein Unfall, der relativ glimpflich endete“, sagt Aschenbrenner erneut. Bei der Arbeit der Polizei geht es um eine Schuldfrage. Bei der Braunschweiger Untersuchungsstelle steht im Vordergrund, anhand ihrer Ergebnisse den Flugverkehr sicherer zu machen.
Bei dem Flugzeug handelt es sich um den Typ Socata TB10. Eine solche Maschine ist bereits am 27. Mai, dem Pfingstsonntag, in Konstanz kurz nach dem Start abgestürzt. Für Jens Eisenreich von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung gibt es hierbei jedoch keine Parallelen.
Immer wieder kommt es am Konstanzer Flugplatz zu Flugzeugabstürzen und Unfällen mit Verletzten und Toten. Jedes Mal stellt sich danach auch die Frage, wie sicher der Flugplatz ist. Lesen Sie alles darüber in unserem Themenpaket.
