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Konstanz Baukosten für die Laube steigen massiv

280 000 Euro zusätzlich will das Konstanzer Tiefbauamt für die Sanierung eines wenige hundert Meter langen Straßenstücks. Besonders peinlich: In der Ausschreibung wurden die Rinnenplatten einfach vergessen.

Das städtische Tiefbau- und Vermessungsamt kommt erneut unter Rechtfertigungsdruck: Die Sanierung der Laube zwischen Lutherplatz und Schnetztor kostet nach neuesten Angaben nicht 1,45 Millionen Euro, sondern bis zu 280 000 Euro mehr. Der Technische und Umweltausschuss wird sich am Dienstag (ab 16 Uhr, Untere Laube 24) mit der Kostensteigerung um etwa ein Fünftel befassen. Amtsleiter Christian Harcke wird sich unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Denn in der Vorlage heißt es unter anderem, sein Amt sei durch die boomende Baukonjunktur und die unerwartet hohen Preise überrascht worden. Außerdem wurden Rinnenplatten in der Ausschreibung schlicht vergessen, allein dies kostet 23 000 Euro extra.

Oberbürgermeister Uli Burchardt fordert genaue Aufklärung der Versäumnisse. Er machte sich die Vorlage nicht zu eigen und unterzeichnete lediglich mit „Kenntnis genommen.“ Der Ärger dürfte am Dienstag umso größer werden, als die Laube-Sanierung ein uraltes Projekt ist. Bereits vor mehr als acht Jahren fällte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, gearbeitet wurde an dem Projekt aber der Vorlage zufolge erst 2012. Folge war, dass „aus der Dringlichkeit heraus keine vertiefende Planung erstellt werden konnte“, wie Harcke in der Vorlage schreibt. Hintergrund: Ein Förderprogramm des Landes drohte auszulaufen.

In der Vorlage rechnet das Tiefbauamt vor, dass die Baukosten wegen höherer Preise um nur sechs Prozent steigen. Kalt überrascht wurde die Verwaltung, die in den vergangenen Jahren auf der Laube vielfach gebaut hat, von den archäologischen Funden, von erhöhten Ausgaben für den Baumschutz und der Notwendigkeit eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators. Er ist nötig, weil bei der Ausschreibung niemand bedacht hatte, dass sich vielleicht zwei Firmen den Auftrag teilen würden.

Damit sind gut 217 000 Euro Mehrkosten erklärt, 15 Prozent mehr als im Projektbeschluss. Zusätzlich fordert das Tiefbauamt einen „finanziellen Risikoaufschlag von ca. 60 000 Euro“, so die Vorlage. Es sei „davon auszugehen, dass im weiteren Bauablauf unter erschwerten Bedingungen mit wechselnden Verkehrsführungen und zusätzlichen archäologischen Untersuchungen gerechnet werden muss.“ Damit summiert sich die Kostensteigerung auf insgesamt 19,3 Prozent.

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