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01.02.2013  |  von  |  7 Kommentare

Konstanz Baukosten für die Laube steigen massiv

Konstanz -  280 000 Euro zusätzlich will das Konstanzer Tiefbauamt für die Sanierung eines wenige hundert Meter langen Straßenstücks. Besonders peinlich: In der Ausschreibung wurden die Rinnenplatten einfach vergessen.

Wird um 280.000 Euro teurer: Die Baukosten für die Sanierung eines kurzen Stücks der Konstanzer Laube laufen aus dem Ruder. Ein Grund dafür: Die Stadtverwaltung hat bei der Ausschreibung die Rinnenplatten einfach vergessen.  Bild: Jörg-Peter Rau

Schlecht kalkuliert, unvollständig ausgeschrieben: Die Kosten für die Laube-Sanierung steigen massiv. Bei der Ausschreibung wurden Rinnenplatten einfach vergessen.  Bild: Rau

Wird um 280.000 Euro teurer: Die Baukosten für die Sanierung eines kurzen Stücks der Konstanzer Laube laufen aus dem Ruder. Ein Grund dafür: Die Stadtverwaltung hat bei der Ausschreibung die Rinnenplatten einfach vergessen.  Bild: Jörg-Peter Rau

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Redakteur Konstanz / Regionalleiter

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Das städtische Tiefbau- und Vermessungsamt kommt erneut unter Rechtfertigungsdruck: Die Sanierung der Laube zwischen Lutherplatz und Schnetztor kostet nach neuesten Angaben nicht 1,45 Millionen Euro, sondern bis zu 280 000 Euro mehr. Der Technische und Umweltausschuss wird sich am Dienstag (ab 16 Uhr, Untere Laube 24) mit der Kostensteigerung um etwa ein Fünftel befassen. Amtsleiter Christian Harcke wird sich unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Denn in der Vorlage heißt es unter anderem, sein Amt sei durch die boomende Baukonjunktur und die unerwartet hohen Preise überrascht worden. Außerdem wurden Rinnenplatten in der Ausschreibung schlicht vergessen, allein dies kostet 23 000 Euro extra.

Oberbürgermeister Uli Burchardt fordert genaue Aufklärung der Versäumnisse. Er machte sich die Vorlage nicht zu eigen und unterzeichnete lediglich mit „Kenntnis genommen.“ Der Ärger dürfte am Dienstag umso größer werden, als die Laube-Sanierung ein uraltes Projekt ist. Bereits vor mehr als acht Jahren fällte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, gearbeitet wurde an dem Projekt aber der Vorlage zufolge erst 2012. Folge war, dass „aus der Dringlichkeit heraus keine vertiefende Planung erstellt werden konnte“, wie Harcke in der Vorlage schreibt. Hintergrund: Ein Förderprogramm des Landes drohte auszulaufen.

In der Vorlage rechnet das Tiefbauamt vor, dass die Baukosten wegen höherer Preise um nur sechs Prozent steigen. Kalt überrascht wurde die Verwaltung, die in den vergangenen Jahren auf der Laube vielfach gebaut hat, von den archäologischen Funden, von erhöhten Ausgaben für den Baumschutz und der Notwendigkeit eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators. Er ist nötig, weil bei der Ausschreibung niemand bedacht hatte, dass sich vielleicht zwei Firmen den Auftrag teilen würden.

Damit sind gut 217 000 Euro Mehrkosten erklärt, 15 Prozent mehr als im Projektbeschluss. Zusätzlich fordert das Tiefbauamt einen „finanziellen Risikoaufschlag von ca. 60 000 Euro“, so die Vorlage. Es sei „davon auszugehen, dass im weiteren Bauablauf unter erschwerten Bedingungen mit wechselnden Verkehrsführungen und zusätzlichen archäologischen Untersuchungen gerechnet werden muss.“ Damit summiert sich die Kostensteigerung auf insgesamt 19,3 Prozent.

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7 Kommentare
@ Michael Ansorge
"Eine Begegnungszone, die ohne vernünftigs Konzept auf die Beine gestellt wurde."

Am Samstag habe ich die tiefen Regenpfützen an den tollen Begegnungs-Bushaltestellen fotografiert, um welche die Fahrgäste = Fußgänger herumtanzen müssen, weil sie laut der großartigen Erklärung zur PHILOSOPHIE dieser Begegnungszone jetzt überall Vorrang haben sollen.

Ich versteh's auch nicht, ich versteh's ehrlich nicht!
Nur mal so
Wenn ich das richtig verstehe, wird die Sanierung teurer, weil in der Planung die Rinnsteinplatten vergessen worden sind, und das zuständige Amt samt Amtsleiter von den Preisen überrascht worden sind.

Hä?

Mit Verlaub, so dumm kann niemand sein.
Unangenehme Frage an Herrn Harcke: Kennen Sie den Begriff 'Controlling'?

Und dieses 'Amt' soll, u.a., Vorschläge für die Fortführung des Projekts 'Veranstaltungshaus' machen?
Klasse! Die dümmste Kuh sucht sich seinen Metzger selbst aus.

Lieber OB Burchardt, bitte räumen Sie in der Verwaltung auf. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auch wenn viele Euros an Abfindungen fällig werden.
Schlimmer geht es nicht mehr. Naja, mal abwarten...
Deja vu
Wenn es nicht jedesmal wieder so erschreckend wäre, hätte man sich schon längst daran gewöhnt.
Und wie immer bleibt es ohne persönliche Konsequenzen für diejenigen, die das Desaster zu verantworten haben. War ja keine Absicht.
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