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Konstanz Baukasten-Idee ruiniert Firma

30.08.2007
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Die Konstruktion ist zum Patent angemeldet, als preiswertes Baukasten-Wohnheim sollte es überregional für Furore sorgen. Doch ein halbes Jahr nach Eröffnung des Studentenwohnheims in der Rheingutstraße zeichnet sich ab: Der Bau hat den traditionsreichen Fertighaus-Hersteller Platz-Haus in den Ruin getrieben.

Konstanz - Rund 225 Mitarbeiter in Bad Saulgau bangen um ihre Arbeitsplätze, nachdem Anfang der Woche Insolvenz angemeldet wurde. Ein Grund für die Misere: Das Platz-Management baute das Prestigeprojekt in Konstanz für einen viel zu billigen Preis. "Die Kalkulation war falsch", erklärte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gestern dem SÜDKURIER. Es fehle ein nicht genauer bezifferter Millionen-Betrag.

Ein schwerer Schlag ist das auch für die originelle Baukasten-Idee, die von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), sowie Architekten aus Konstanz mit entwickelt wurde. Wie Legosteine lassen sich die einzeln hergestellten Wohnboxen stapeln und wieder demontieren. Die Anschlüsse funktionieren mit einem einfachen Stecksystem. Bis zu einem Drittel günstiger als herkömmliche Wohnheime sei das System, schwärmten bei der Eröffnung im Februar Unternehmer und Konstrukteure. Selbst der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Hyde, war angereist. Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) lobte die Baukasten-Idee als vorbildlich und intelligent. Nicht zuletzt der Verweis auf die niedrigen Kosten sollte einen Verkauf des Systems über die Region hinaus ermöglichen. Doch die Konstruktion ist wohl teurer, als die euphorischen Initiatoren selbst annahmen.

Keine Sorgen müssen sich die Mieter des Wohnheims machen. Längst ist die Anlage in Betrieb. Das Konstanzer Studentenwerk investierte 5,7 Millionen Euro - ein für Platz-Haus ruinöses Schnäppchen, wie man heute weiß. Doch das Unternehmen hat die Anlage offenbar nicht nur zu billig verkauft. Bis heute gebe es Mängel, sagte der Geschäftsführer des Studentenwerks, Volker Kiefer, auf Nachfrage. Unter anderem fehle die Heizungsanlage. Eine sechsstellige Summe aus dem Kaufpreis hat Kiefer darum noch nicht beglichen. Sollte Platz-Bau jetzt die Arbeiten stoppen, könnten mit dem Geld andere Handwerker bezahlt werden, sagte Kiefer. Insolvenzberater Geiwitz will nach tieferer Einsicht in die Unternehmensbilanz in den nächsten Tagen entscheiden, ob Platz-Bau in Konstanz und anderswo weiter Hand anlegt.

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