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Konstanz Ausnahmezustand an der Universität

Großer Andrang zur Infoveranstaltung über die Bibliotheksschließung: Das Audimax war überfüllt, und per Videoübertragung konnte man in anderen Hörsälen teilhaben, als der Unirektor Professor Ulrich Rüdiger am Montagmorgen den Studenten die Lage erklärte.

Seit der Schließung der Bibliothek am Freitag auf Grund von Asbestfunden bemühe sich die Universität um die bestmögliche Offenlegung aller Vorgänge, erklärte der Rektor. Fragen und Antworten zu allen Themen wurden versprochen, und das Informationsbedürfnis war groß: Vor allem die Themen Klausurtermine, Literaturbeschaffung und Gesundheit wurden angesprochen. Zu der Frage der Prüfungsfristen versprach Rüdiger „möglichst großzügige Regelungen“ zu treffen, Details würden im internen Krisenstab erörtert. Frau Petra Hätscher, Direktorin der Bibliothek, lobte danach den Einsatz ihrer Mitarbeiter am Wochenende, um die naturwissenschaftliche Bibliothek für die Studenten als Ausweichquartier herzurichten – ein Engagement, das von den Studenten mit Beifall gewürdigt wurde. Ein Betrieb rund um die Uhr sowie eine Infotheke und zusätzliche Leseplätze bereichern in der „N-Bib“ nun das Angebot, zusätzlich habe die HTWG-Bibliothek Arbeitsplätze für Unistudenten angeboten. Auch der Hochschulverbund „Internationale Bodenseehochschule“ (IBH) stellt Plätze zur Verfügung, etwa in den Standorten St. Gallen oder Thurgau. Gespräche mit der Firma Canon sollen außerdem zur Bereitstellung weiterer Drucker und Kopierer führen.

Uni-Betriebsarzt Manuel Fritz beantwortete zahlreiche Fragen zum Thema Gesundheit: Momentan könne man das persönliche Risiko von Bibliotheksbesuchern noch schwer einschätzen, Asbestfasern zögen aber keine akuten Gesundheitsrisiken nach sich – deshalb sei auch eine ärztliche Untersuchung nicht notwendig. Als Spätfolge könne Asbest in hohen Konzentrationen zwar ein erhöhtes Krebsrisiko verursachen, Panik sei im vorliegenden Fall aber keinesfalls angebracht. Weitere Informationen und eine Hotline zu gesundheitlichen Fragen finden sich auch auf der Homepage der Universität.


Bei den Untersuchungen in der Bibliothek hat nun die Suche nach der Asbestquelle besondere Priorität: Mögliche Ursache könnten etwa Verwitterungen oder Beschädigungen an asbesthaltigen Wänden sein. Noch kenne man auch die Ausmaße nicht, so Thomas Steier vom Amt für Vermögen und Bau. Bei einer groß angelegten Untersuchung auf Grund von PCB-Funden 2004 habe man allerdings noch keine Hinweise auf eine Kontamination gefunden. Ergebnisse der laufenden Analysen werden Mitte der Woche erwartet. Mittlerweile können den Studenten immerhin ihre persönlichen Gegenstände aus den Schließfächern innerhalb der Bibliothek geholt werden – eine Ankündigung, die viele Studenten erleichterte, konnten doch viele nicht an ihre Lernmaterialien gelangen.

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