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Konstanz

Aus Mammutbaum werden 28 Trommeln

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Der mächtige Mammutbaum, der beim Konstanzer Casino gefällt wurde, wird in der Schweiz zu 28 Trommeln und zu Kunstwerken verarbeitet.

Baumkünstler Oliver Lüttin wird aus dem Holz des Mammutbaums auch Schmetterlinge gestalten.
Foto: Hanser

Vielen Spaziergängern wird der Riese an der Seestraße fehlen: Der Mammutbaum neben dem Casino wurde gefällt. Immerhin bleiben Teile des 28 Meter hohen Baums der Nachwelt erhalten, der Schweizer Baumkünstler und Musiker Oliver Lüttin wird ihn zu Trommeln und zu Kunstgegenständen verarbeiten. Er rechnet mit etwa vier Jahren Arbeit.

Passanten haben den Mammutbaum immer bewundert. Viele bangten in den vergangenen Monaten, als er zunehmend braune Nadeln bekam. Ein Gutachter stellte Pilzbefall fest. Die Baumpfleger der Technischen Betriebe versuchten alles, ihn dennoch zu retten – es misslang. Die TBK-Mitarbeiter haben die Jahresringe des gefällten Stammes gezählt. Gerhard Majer: „Genau können wir es nicht sagen, aber der Baum war über 110 Jahre alt.“ Der Stamm hatte auf Brusthöhe einen Umfang von 6,59 Meter.

Zumindest das Holz des Riesen wird verwendet. Oliver Lüttin wird auf eigene Rechnung alleine 28 Trommeln bauen. Die größte wird einen Durchmesser von zweieinhalb Meter haben, wie der Künstler berichtete. „Ich habe eine gigantische Arbeit vor mir.“ Er schätzt, im Jahr 2012 alles verwertet zu haben. Lüttin hat schon aus anderen Bäumen Trommeln gebaut. Je nach Größe bespanne er sie mit Häuten unterschiedlicher Tiere: „Das kann von der Walliser Bergziege bis zum Stier aus dem Appenzell sein.“ Das Holz dürfte eines Tages wieder in Konstanz zu sehen sein: Er plant mit den Instrumenten eine Ausstellung. Zudem sei ein Konzert denkbar. Die Trommeln sollen letztlich aber in Schulen genutzt werden. Der Künstler gestaltet zudem Schmetterlinge. Er sucht sich Holz mit Astringen aus, um die Augen auf den Flügeln eines Nachtpfauenauges nachzuempfinden.

Die Werke können bei seinem Haus in Degersheim (Kanton St. Gallen) besichtigt werden. Dort stehen auch Stämme anderer Mammutbäume. „Einer kommt aus St. Gallen, das sind 26 Tonnen am Stück.“

Welche Baumart neben dem Casino nun gesetzt wird, hat die Stadt noch nicht entschieden. So muss geprüft werden, ob der Boden wegen des Pilzes ausgetauscht wird. Casino-Gärtner Dieter Graf will auf jeden Fall wieder etwas auf dem Rasen pflanzen: „Wir haben bisher jeden Baum ersetzt, der weg musste.“ Josef Siebler

Der Künstler im Internet:

www.oliverluettin.ch

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