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Konstanz Auf gutem Weg bei Energie

11.08.2012
Konstanz -  Konstanz arbeitet am Klimaschutz. Wie weit die Stadt ist, kam bei einem Zwischenbericht heraus.

Vor allem bei der Mobilität ist Konstanz gut aufgestellt: Zu diesem Zwischenfazit kommt eine Untersuchung, in der das Energieverhalten in der Stadt untersucht wurde. Nachholbedarf besteht bei kommunalen Gebäuden.  Bild: archivHanser

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Konstanz ist bei der sorgsameren Nutzung von Energie auf einem guten Weg, doch noch längst nicht am Ziel. Bis zum Jahr 2020 sollen alle Kunden 100 Prozent Ökostrom von den Stadtwerken beziehen. Dafür bedarf es aber noch der Werbung bei Firmen.

Es sind Groß- und Industriekunden, die in der Regel Graustrom beziehen: ein Mix aus regenerativer, aber auch fossiler und Kernenergie. Diese Klientel sei äußerst preissensibel und in der Regel spiele das Thema Ökostrom in deren Ausschreibungen keine Rolle, erklärte die Stadtverwaltung in einer Vorlage zur Energienutzung in Konstanz. Insgesamt, so heißt es weiter, hätten die Stadtwerke im Vergleich zum Bundesdurchschnitt jedoch einen wesentlich höheren Anteil an regenerativem Strom im Portfolio. Stadtwerke-Geschäftsführer Kuno Werner ging in der zurückliegenden Sitzung des Technischen und Umweltausschusses davon aus, dass bis zum Jahr 2020 20 Prozent des Energiebedarfs in Konstanz selbst erzeugt wird – derzeit seien es zwischen vier und fünf Prozent.

In vielen Bereichen ist Konstanz gut aufgestellt, wie eine interne Erhebung für die städtischen Gremien ergab. Die Analyse dient zur Überprüfung, ob die Stadt eine umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik verfolgt. Schließlich hat sie seit 2011 die Auszeichnung European Energy Award der Europäischen Kommission und muss diese 2013 verteidigen. 59 Prozent der möglichen 100 Punkte hat die Stadt Ende 2011 erreicht. Für einen Goldstatus sind 73 Prozent notwendig. An diese Marke will Anne Mühlhäußer (FGL) so nah wie möglich rankommen. 59 Prozent, „das reicht uns Grüne nicht aus“, sagte sie in der Ausschusssitzung.

Es werde oft zum Fenster rausgeheizt, fügte sie hinzu. 2010 hat der Gemeinderat die Vorgabe beschlossen, dass bei städtebaulichen Wettbewerben, an denen die Stadt beteiligt ist, grundsätzlich energetische Ziele festgelegt werden.

Wären alle vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt worden, hätte Konstanz bereits über 80 Prozent der möglichen Punktzahl eingefahren. Bei kommunalen Gebäuden besteht noch das größte Verbesserungspotenzial, hat die Energieagentur Regio Freiburg für die Stadt eruiert. In den vergangenen Jahren hat Konstanz für die Sanierung von städtischen Gebäuden mit energetisch hochwertigem Standard bereits 4,2 Millionen Euro in die Hand genommen, erläuterte Stadtkämmerer Hartmut Rohloff. Weitere Maßnahmen sollen ins Auge gefasst werden. Das bedeutet einerseits, über bauliche Veränderungen den Energieverbrauch zu senken, andererseits sollen Mitarbeiter wie Hausmeister für den sorgsamen Umgang mit Energie sensibilisiert werden.

Was die Stadtwerke als Energieversorger selbst betrifft, forderte Günter Beyer-Köhler (FGL) Geschäftsführer Kuno Werner auf: „Seien Sie doch mal innovativ“. Der Energiewürfel an der Max-Stromeyer-Straße sei nur deshalb energetisch auf bestem Stand, weil der Gemeinderat dies eingefordert habe. Kuno Werner erwiderte: „Wir haben vergangenes Jahr 8 Millionen Euro von 14 Millionen in regenerative Energie investiert.“ Derzeit entstehe eine Holzvergaseranlage auf der Mainau, „das ist ein hoch innovatives Projekt.“

Bei der Analyse des Jahrs 2011 erreichten städtische Gebäude einen Anteil erneuerbarer Energien von 2,5 Prozent bei der Wärmeversorgung und 3,3 Prozent bei der Stromversorgung. Der Gemeinderat fordert, den Anteil bei der Wärmeversorgung auf fünf Prozent zu steigern, nach den Zielen des European Energy Award und des Erneuerbare Wärme-Gesetzes des Landes sind es sogar zehn Prozent. Weiter soll die Biogasnutzung forciert werden. Alexander Fecker (CDU) fordert eine Diskussion darüber, wie die Stadtwerke ihren Strombezug so verändern können, damit sie ab einem bestimmten Zeitpunkt keinen Strom aus Kernenergie mehr beziehen müssen. Vor allem stelle sich dann die Frage, inwieweit sich dies auf die Strompreise auswirke. Fecker ist Verfechter der Energie aus Windkraft.

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