Das Studio liegt in der Nähe der Schweizer Grenze. Wenn man den Laden von außen sieht, könnte man auch meinen, man stehe vor einem Friseurgeschäft.
Wir sind angemeldet. Ein etwa 30-jähriger schlanker Mann begrüßt uns freundlich. Es ist der Eigentümer des Studios, der zugleich auch der Tätowierer ist. Er trägt ein T-Shirt, so dass seine farbenfroh tätowierten Arme uns sofort ins Auge fallen. In dem Tattoo-Shop befinden sich ein heller großer Raum, ein Sofa, ein Schreibtisch und eine Art Zahnarztstuhl, auf dem gerade ein etwa 20 Jahre alter männlicher Kunde sitzt, der sich eine Hautverschönerung aufnadeln lässt. Überall an den Wänden hängen Bilder von Tattoos, und im Hintergrund läuft Rockmusik von Bon Jovi und AC/DC. Dennoch kann man auch das leise Summen der Tätowiernadel hören.
Wir fragen den jungen Mann, warum er sich tätowieren lässt. Er antwortet, dass er ein altes Tattoo, das ihm nicht mehr gefalle, überdecken möchte. Er hatte bis jetzt ein chinesisches Schriftzeichen auf dem rechten Oberarm, das er sich nun durch ein fremdartig wirkendes schwarzes Maori-Motiv übermalen lässt. Unsere Frage nach Schmerzen verneint der junge Mann. Der Oberarm, so erfahren wir, hat genug Fettgewebe, weshalb es kaum wehtue, sich dort tätowieren zu lassen.
Nun befragen wir den Tätowierer über seine Arbeit. Wir erfahren, dass er sein erstes Tattoo mit 15 Jahren gestochen hat und dass er diese Tätigkeit schon seit 20 Jahren ausübt. Die meisten seiner Kunden sähen Tattoos als eine Art Körperschmuck, andere ließen sich Tattoos aber auch stechen, um hässliche Körperstellen wie zum Beispiel Narben zu überdecken. Die meisten Tattoos, so erzählt er uns, steche er im Rippenbereich, am Oberarm und am Fuß. Und die beliebtesten Motive seien zurzeit Schriftzeichen. Weiter erfahren wir, dass sich Menschen aller Altersgruppen tätowieren lassen.
Abschließend weist der Tätowierer uns darauf hin, dass man es sich genau überlegen sollte, ob man sich ein Tattoo stechen lässt und welches Motiv man auswählt, denn dieser Körperschmuck ist nur sehr schwierig wieder zu entfernen. Und wir finden außerdem, dass es letztlich Geschmackssache ist, ob ein Tattoo zur eigenen Schönheit beiträgt oder nicht.
„Klasse!“ ist das SÜDKURIER-Medienprojekt für Schulen in der Region. Als Projektpartner ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit im Boot. Vier Wochen lang erhalten Klasse!-Schulklassen den SÜDKURIER geliefert, um zu erfahren, wie Zeitung gemacht wird. Mit Hilfe einer Medien-CD beschäftigen sich die Schüler mit Journalismus und dem Medium Zeitung. Der Klasse!-Kooperationspartner EnBW unterstützt Lehrer und Schüler mit Themenvorschlägen und Aktionen.
