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Konstanz Asbest in der Bibliothek: Uni sucht nach Lösungen

Die Konstanzer Unibibliothek bleibt vorerst geschlossen, weil Asbest gefunden wurde. Doch Hochschule und Studierende suchen nach schnellen Lösungen. Erst kürzlich wurde die Konstanzer Unibibliothek zu besten Hochschul-Bibliothek Deutschlands gekürt.

Viele Studenten hielten es auf den ersten Blick für einen schlechten Scherz, zu unglaublich schien die E-Mail der Universitätsverwaltung: „Soeben wurde die Bibliothek der Universität Konstanz mit sofortiger Wirkung geschlossen“, hieß es da. Nach dem Fund von Asbestfasern wurde das Gelände geräumt und abgesperrt. Spannend für die Studenten ist jetzt vor allem: Wie geht es weiter?

Dennis Junghans, Mitglied im Allgemeinen Studierendenausschuss Asta und studentischer Vertreter im Senat, lobt die Zusammenarbeit mit dem Rektorat und dem Krisenstab der Uni. So sei etwa die Verlängerung der Abgabefristen von Abschlussarbeiten beschlossen worden. Auch hat der Asta eine hilfreiche Idee: „Wir planen eine Online-Tauschbörse für Privatliteratur. Man soll dann im Internet seine Bücher einstellen können, andere können sie dann dort nachfragen.“ Denn Literaturmangel wird das Hauptproblem der kommenden Wochen werden.

Viele Universitätsmitglieder sind für Klausuren, Arbeiten oder die Forschung auf die zwei Millionen Bücher der nun geschlossen Bibliothek angewiesen. Diese werden aber vorerst unter Verschluss bleiben – niemand kann sagen, auf wie vielen Büchern möglicherweise Asbestfasern lagern. Über Kooperationen mit anderen Bibliotheken soll Literatur ausgeliehen werden, eventuell könnten besonders begehrte Bücher bevorzugt gereinigt werden und große Teile der Handapparate noch einmal gekauft werden. Zusätzlich werden Onlinetexte gesucht – aber all das steckt noch in der Planungsphase.

Neben der Literatur wird mit der Bibliotheksschließung auch eine andere Ressource knapp: Raum. So werden für gereinigte Computer neue Stellplätze gesucht – und unkonventionelle Plätze in Betracht gezogen. Ein Teil der Mensa etwa könnte dafür genutzt werden. Die Studentin Johanna Rupp stört besonders der fehlende Zugang zu Druckern und Kopierern: „Jetzt muss man halt sehen, welche Texte man im Internet nachlesen kann.“

Wie lange der aktuelle Zustand noch andauern wird, ist schwer zu sagen. Momentan ist noch keine Spezialfirma unter Vertrag, die sich um die Reinigungsarbeiten kümmert. „Ziel ist, die Reinigung in vier bis sechs Wochen abzuschließen“, so der Krisenstab – bis Weihnachten könnten sich die Arbeiten also hinziehen.

Bis dahin wird die kleinere naturwissenschaftliche Bibliothek zum Publikumsmagnet werden. Dort ist kein Asbest verbaut. Ausleihe und Rückgabe sollen hierher verlegt werden, neue Arbeitsplätze eingerichtet und alle neuen Bücher hier angesiedelt werden – und wie die Hauptbibliothek normalerweise auch, soll sie 24 Stunden geöffnet sein.

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