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Konstanz Arbeiten in exotischer Umgebung

01.12.2009


Die nachhaltige Tourismusentwicklung in Venezuela ist das Thema der Abschlussarbeit von Christin Laschinger. Ein halbes Jahr lang wird die Studentin vor Ort im Nationalpark Avila – zwischen der Küste und der Hauptstadt Caracas gelegen – Menschen befragen und die Antworten auswerten.

Die 24-Jährige studiert Wirtschaftssprachen Asien und Management mit der Fachrichtung Malaiisch an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG). Sie spricht auch Englisch, Spanisch und Französisch. Ihre Bachelor-Arbeit wird sie in englischer Sprache verfassen. Um den Spanisch sprechenden Bewohnern den Zugang zu ihrer Arbeit zu erleichtern, plant sie, eine spanische Zusammenfassung mitzuliefern. „Schließlich soll jemand etwas damit anfangen können: Sie soll Nutzen, Sinn und Zweck haben“, erklärt Christin Laschinger selbstbewusst.

Bis es soweit ist und sie ihren vorbereiteten Fragenkatalog vorlegen kann, muss sie erst Kontakte zu Regierungsstellen, Nationalpark-Verwaltung, Hotels, Verbänden, Bevölkerung und Touristen knüpfen. Die qualitative Umfrage ergibt eine Bestandsaufnahme, die in eine Machbarkeitsanalyse münden soll. „Ich möchte herausbekommen, ob und wie eine Tourismus-Entwicklung sinnvoll erscheint oder überhaupt machbar ist“, sagt Laschinger. „Von Interesse sind die vorhandenen Ressourcen und die Frage, wie die Natur einzuschätzen ist“, ergänzt die Studentin.

In ihrem Vorhaben unterstützt wird sie von der Europäisch-karibischen Gesellschaft (EKG), die das Projekt „Forest Watch“ ins Leben gerufen hat. Diese „Waldwache“ (so die Übersetzung aus dem Englischen) entsendet sie zusammen mit ihrer Kommilitonin Grit Noack als „Praktikantinnen“ in den Nebelwald, der durch Menschen und schädliche Umwelteinflüsse in seiner Existenz bedroht ist. Um ihr den Start zu erleichtern, hat die EKG-Präsidentin Hilda Richter erreicht, dass sie sich als Gaststudentinnen an einer Außenstelle der Universität von Caracas einschreiben können.

Gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes dürfen sie an einer Exkursion teilnehmen. Der Gasthörerstatus stellt ihnen zudem die Betreuung durch einen Professor sicher, und sie können so wichtige Dinge wie PCs und Internet nutzen. Nicht zuletzt sollen die Universitätskontakte es ermöglichen, einfacher an Gesprächspartner heranzukommen.

Wohnen werden sie bei einer Familie in Privatzimmern. „Das fördert das Sprachverständnis“, erklärt Hilda Richter, die aus Venezuela stammt. Sie hat eigens einen Sprachkurs organisiert, „denn das venezolanische Spanisch ist nicht leicht zu verstehen“, ergänzt sie.

EKG-Geschäftsführer Christian Richter rechnet mit mindestens einem Monat Einarbeitungszeit. „Erst müssen sie die Strukturen kennenlernen, sonst wirkt es nicht kompetent“, erklärt er. Christin Laschinger kommt entgegen, dass sie während ihrer Studienzeit zwei Monate lang für ein Projekt in Ekuador war. Der sehr international ausgerichtete Studiengang soll laut HTWG-Homepage die „interkulturelle Kompetenz“ fördern. Das sieht auch die 24-Jährige so, denn sie kann sich beide Regionen als Arbeitplatz vorstellen. Zuvor möchte sie noch ein Master-Studium durchlaufen. „Dazu werde ich Konstanz jedoch verlassen müssen, da mein Studiengang hier nicht angeboten wird“, erklärte sie.

Nikolaj Schutzbach

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