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Konstanz Angst vor neuem Elektrosmog

Der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes LTE zieht Ängste vor neuem Elektrosmog nach sich. Der Verein „Mastenfreies Wohngebiet“ warnt

Die Risiken der Handynutzung lassen sich minimieren, davon ist der „Elektrobiologe“ Martin Fuchs (3. v.l.) überzeugt, ebenso wie Irene Mohn (v.l.) Brigitte Wind und Konrad Gensig vom Verein „Mastenfreies Wohngebiet“.
Die Risiken der Handynutzung lassen sich minimieren, davon ist der „Elektrobiologe“ Martin Fuchs (3. v.l.) überzeugt, ebenso wie Irene Mohn (v.l.) Brigitte Wind und Konrad Gensig vom Verein „Mastenfreies Wohngebiet“. | Bild: Rindt

Der Litzelstetter Verein „Mastenfreies Wohngebiet“ fürchtet eine neue Elektrosmog-Welle. „Ich denke, es ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagte die Vorsitzende Irene Mohn auf Nachfragen. Mit dem geplanten Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes LTE (Long Term Evolution) rolle ein neuer Tsunami aus der Mobilfunkwelt auf die Städte und Gemeinden zu. Mohn geht davon aus, dass der Elektrosmog und damit auch die Belastungen für die Anwohner steigen. Dabei setze sich der Verein für die möglichst emissionsarme und damit menschenverträgliche Form des Mobilfunks ein.

Zur Vorsicht beim Gebrauch des Handys mahnte Martin Fuchs, der auf Einladung des Vereins in Litzelstetten über gesundheitliche Gefahren des Mobilfunks sprach. Es kamen nur ein Dutzend Gäste. Der Verein, der in Schulen und Kindergärten intensiv für die Veranstaltung geworben hatte, zeigte sich enttäuscht.

Fuchs nennt sich „Elektrobiologe“. Er geht davon aus, dass sich im Körper nicht nur chemische und mechanische Prozesse abspielen, sondern auch elektrodynamische. Fuchs leitet Erkenntnisse aus der Wasserphysik auf den Menschen ab. Für ihn ist klar: Da das Hirn zum großen Teil aus Wasser besteht, könne Elektrosmog Prozesse im menschlichen Körper beeinflussen, etwa die Millionen „Kompassnadeln“ (Magnetitkristalle) im Hirn.

Fuchs unterstreicht die Empfehlungen der Wiener Ärztekammer, nach denen ein Nutzer so wenig und so kurz wie möglich mit dem Handy telefonieren und das Mobilfunkgerät dabei möglichst vom Kopf halten sollte. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten nach diesen Tipps überhaupt nur im Notfall telefonieren.

Fuchs sagte, es sei ärgerlich, dass es in der Mobilfunkwelt nicht zum Standard gehöre, sich über die Minimierung von Risiken auf ein gesellschaftlich verträgliches Maß Gedanken zu machen. Beim Auto arbeiteten Techniker selbstverständlich daran, den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Beim Mobilfunk aber würden Warner „in die Esoterikecke“ gestellt. Fuchs schlussfolgerte, es fehle der politische Wille, etwas zu ändern.

Der „Elektrobiologe“ gab den Zuhörern auf den Weg, nicht darauf zu warten, dass sich am System etwas ändere, sondern den Schutz vor den Strahlen mit Hilfe von Fachleuten selbst in Angriff zu nehmen. Ortsvorsteher Rudolf Riedle widersprach: „Der Staat hat eine Fürsorgepflicht. Warum muss da der Einzelkämpfer ran?“ Auch darauf hatte Fuchs eine Antwort: „Es gibt Denkverbote in der westlichen Wissenschaft.“

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