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Amtsgericht verurteilt Lehrer wegen Kinderpornos

Für den Besitz von sieben Videofilmen mit kinderpornographischem Inhalt verurteilte das Amtsgericht Singen jetzt endgültig einen 30-jährigen Lehrer zu vier Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1600 Euro.

Der zur Zeit arbeitslose Pädagoge hatte Einspruch gegen das Urteil in einem vorangegangenen Verfahren eingelegt. Die neue Verhandlung nutzte der Beschuldigte aber erst einmal, um bei Richter Matthias Fahrner Beschwerde gegen die ermittelnden Beamten vorzutragen. "Ich wurde vom zuständigen Beamten wie ein Pädophiler behandelt, persönlich beleidigt und rechtlich falsch informiert," sagte er. Richter Fahrner versuchte Verständnis für beide Seiten geltend zu machen, für den Beschuldigten und auch für die Kriminalbeamten, da dieses Thema sowohl in der Öffentlichkeit als auch von den Ermittler "sehr emotional" wahrgenommen werde. "Sachlich gesehen," führte Fahrner aus, lasse die Kombination Kinderpornographie in den Händen eines Lehrers die Forderung nach einer DNA-Probe nachvollziehbar werden, denn für die Ermittler sei damit ein "wirkliches Gefahrenpotential da."

Der Beschuldigte erklärte den Besitz der Videofilme mit der Begründung, er lade "wie jeder anderer auch" gerne mal Pornofilme aus dem Internet und schaue dabei nicht auf die Titel, sondern auf die Ladegeschwindigkeit. Die Filme habe er auch nur zu Sicherungszwecken auf DVD gebrannt, weil er seinen PC zur Reparatur in einen Singener Elektronikfachmarkt gebracht habe. Ein Mitarbeiter dort hatte letztendlich die Kinderporno-Filme entdeckt und die Polizei verständigt.

"Hätte ich gewusst, welche Filme ich da ungewollt aus dem Internet gezogen habe, dann hätte ich meinen Computer nicht zur Reparatur gebracht, ohne das Zeug vorher zu beseitigen," erklärte der Angeklagte seine für ihn unwissentlich und nicht beabsichtigte Handlung. Solche Filme habe er nicht nötig. "Ich will nichts von Kindern, ich habe eine feste Beziehung mit einer volljährige Frau," erklärte er.

Ganz so ohne Weiteres wollte Richter Matthias Fahrner dem Angeklagten die Unwissenheit nicht abkaufen. Fachliche Untersuchungen belegten immer wieder, dass gerade solche Tauschbörsen im Internet mit eindeutigen Dateinamen ihre Kunden anlockten, und "die sind nicht zu übersehen." Außerdem wurde das pornographische Material auf dem Hauptrechner und auch auf dem Leihrechner des Beschuldigten gefunden, und das "macht verdächtig."

"Es gibt nichts Widerwärtigeres als Kinderpornographie," begründete Fahrner sein Urteil. "Deshalb soll die Strafe von vier Monaten mit der Geldbuße den Effekt haben: Nie wieder!"

Hinsichtlich dieser Ansage nahmen der Angeklagte und sein Anwalt den Einspruch gegen das Strafmaß zurück. Der arbeitslose Pädagoge ist damit vorbestraft, kann aber seine Geldstrafe in Raten abzahlen oder durch gemeinnützige Arbeit ableisten.

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