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Konstanz

Alet-Stüble

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Im Allensbacher Alet-Stüble gibt es nicht nur feinen Fisch, sondern auch deftige Fleischgerichte

Gemütlich und gut: Das Alet-Stüble in Allensbach. Bild:sk

In Allensbach muss man mutmaßlich niemandem erklären, was ein Alet ist. Allen anderen sei gesagt – es ist ein Fisch aus der Karpfenfamilie, der unter anderem im Gnadensee zwischen Allensbach und der Insel Reichenau lebt. Nicht nur ein Narrenverein hat sich den Alet zum Wappentier erwählt, nein, auch das Allensbacher Traditionslokal Alet-Stüble von Eva und Klaus Haschlar führt den Karpfen im Titel. Dabei gibt es hier neben Fisch auch Fleisch- und Gemüsegerichte auf der Speisekarte.

Wir beginnen das Menü mit zwei verschiedenen Vorspeisen: Garnelenschwänzen in Kartoffelteig gebacken an einem kleinen Salat (8,90 Euro) und einer Rindfleischbrühe (4 Euro). Der Kartoffelmantel steht den Garnelen ganz ausgezeichnet und neben der Optik stimmt auch der Geschmack. Der grüne Salat ist zudem mit Sesamkörnern verfeinert. Die Brühe wird überraschend mit Eierspätzle serviert. Die Brühe ist würzig und mit frischem Schnittlauch verfeinert, die Eierspätzle sind bissfest, aber trotzdem leicht und fluffig. Ein guter Start in den Abend und ein Blick an die anderen Tische im gut besuchten Restaurant zeigt, dass auch sie sehr zufrieden wirken. Das liegt sicher auch am umsichtigen, schnellen und freundlichen Service der Kellnerin.

 

Auch der Hauptgang wird zügig serviert, man muss keine Minute zu lang warten. Obwohl man für dieses Geschmackserlebnis gerne auch noch ein bisschen länger gewartet hätte. Da wäre zum einen das 220 Gramm Rinderfiletsteak mit Spätzle und Pfeffer-Cognac-Rahm-Sößle (22 Euro). Das Rind kommt exakt wie gewünscht auf den Tisch: Scharf angebraten, dreiviertel durch, schön rosa in der Mitte. Ein wirklicher, bodenständiger Genuss vor allem in der Kombination mit der Soße, die trotz Sahne nicht erschlägt. An rosa und grünen Pfefferkörnern wird auch nicht gespart – die Pfeffersoße ist wirklich etwas für Pfefferliebhaber, aber die sind entzückt. Als Beilage gibt es die schon bekannten Eierspätzle, die dem Fleisch fast den Rang ablaufen.

Wer im Alet-Stüble zu Gast ist, muss natürlich auch ein Fischgericht versuchen. Wir entscheiden uns für die Zanderfilets in Kräuter-Ei-Hülle mit Petersilienkartoffeln (19 Euro) – und das stellt sich als ausgezeichnete Wahl heraus. Die Fischfilets sind saftig, die Portion ist ordentlich, die Kräuter-Ei-Hülle, obwohl zart im Geschmack, verleiht dem Gericht eine ganz besondere Frische-Note und die Kartoffeln schmecken richtig kartoffelig. Dieses Gericht ist wirklich ausnehmend gut gelungen. Der dazu gewählte Riesling (Varnhalt, 0,25 Liter, 4,40 Euro) passt ebenfalls bestens. Erst zum Nachtisch stoßen wir auf das einzige Manko des Alet-Stüble – sämtliche Desserts sind nicht hausgemacht. Die Vierfrucht-Grütze mit Vanillesauce (5,20 Euro) schmeckt dennoch recht ordentlich. Unterm Strich bietet das Alet-Stüble guten, unaufgeregten Service, qualitätvolle Speisen und gemütliche Atmosphäre – das Ganze allerdings zu eher gehobenen Preisen.

Michael Lünstroth

Alle Folgen im Internet:

www.suedkurier.de/gastrokritik

Restaurant Alet-Stüble, Konstanzer Straße 7, 78476 Allensbach, Telefon: 0 75 33/21 99. Öffnungszeiten 11.30 Uhr bis 13.45 Uhr und von 17.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Ruhetag: Dienstag

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