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Konstanz Aids für viele kein Thema mehr

03.08.2010
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Die Aids-Hilfe Konstanz berichtet, dass das Interesse an dem Thema Aids verloren gehe. Gründe dafür seien oft Falschinformationen

Konstanz – Jährlich infizieren sich rund 3000 Menschen in Deutschland mit dem HI-Virus. Dennoch scheint diese Problematik kein aktuelles Thema mehr zu sein. „Aids ist kein provokatives Thema mehr, wie es früher einmal der Fall war”, erklärt Evelin Tschan von der Aids-Hilfe Konstanz. Bei einem Treffen mit den CDU/CDA-Sozialausschüssen berichtete die Sozialarbeiterin vom Rückgang ehrenamtlicher Mitarbeit sowie weniger Einnahmen durch Spenden und Bußgelder, die von den Richtern zugewiesen werden. Die Präventionsarbeit des Vereins leidet allerdings kaum darunter. Catrin Burth von der Aids-Hilfe Konstanz ist verantwortlich für die Jugendprävention und hat in diesem Jahr bereits 100 Schulklassen besucht, um über sexuell übertragbare Krankheiten zu reden. „Viele Jugendliche denken, dass Aids nichts mit ihrem Leben zu tun hat oder durch Medikamente heilbar ist. Wenn sie dann erfahren, dass es auch in Konstanz Infizierte gibt, reagieren die Jugendlichen oft erschrocken”, so Burth.

Im Kreis Konstanz gibt es derzeit 250 bekannte Fälle von HIV-Infizierten, davon werden 105 von der Aids-Hilfe betreut. Von den Betroffenen haben 25 Prozent einen Migrationshintergrund, weshalb der Verein auf Anfrage auch in Integrations- und Sprachkursen Präventionsarbeit leistet. „Ein großes Problem stellt dabei die Tabuisierung des Themas in anderen Ländern dar”, so Tschan. Veranstaltungen wie die Welt-Aids-Konferenz in Wien haben hingegen wenig Präventionswirkung. Dennoch betont Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU Bundestagsfraktion, dass solche Zusammenkünfte wichtig für den globalen Austausch seien und politische Haltungen zusammengebracht und überdacht werden können.

Deutschland sei bei dem Thema Aids, was die Finanzierung und Präventionsarbeit anginge, sehr vorbildlich, so Weiß. Auch die Bereitstellung von Medikamenten sei in Deutschland sehr positiv.

Evelin Tschan verdeutlichte dennoch, dass trotz der Medikamente, die Millionen von Viren reduzieren, die Infizierten dann häufig an Sekundärerkrankungen sterben würden. Und so müsse, trotz der von ihr angesprochenen fehlenden Angst, bei der Bevölkerung wieder ein stärkeres Bewusstsein für sexuell übertragbare Krankheiten wie Aids geschaffen werden.

Infos zur Aids-Hilfe Konstanz und zu Spenden unter: www.aidshilfe-konstanz.de

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