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Konstanz 13,3 Millionen Euro für das Konziljubiläum

Europa ist begeistert, Konstanz bleibt skeptisch: Wie das Konziljubiläum bei den Menschen verankert werden soll und warum das alles 13 Millionen Euro kostet

Blickt zuversichtlich auf das Konziljubiläum 2014-2018, hat aber auch noch viel zu tun: Ruth Bader, Chef-Organisatorin.
Blickt zuversichtlich auf das Konziljubiläum 2014-2018, hat aber auch noch viel zu tun: Ruth Bader, Chef-Organisatorin. Bild: Archiv

Am Ende musste dann sogar Oberbürgermeister Horst Frank schmunzeln. In der Sitzung des Betriebsausschuss der Konzilstadt Konstanz, also jenem städtischen Eigenbetrieb, der maßgeblich das geplante Konziljubiläum 2014 bis 2018 organisieren soll, hatte Stadtrat Eberhard Roth den OB gefragt, ob er nicht auch in Zukunft, also nach seinem Ausscheiden als Rathauschef weiter für das Konziljubiläum tätig sein wolle. Frank lächelte, die Frage schien ihm gefallen zu haben, und sagte, er könne da einem neuen Oberbürgermeister nicht vorgreifen, aber als interessierter Bürger wolle er das schon weiter verfolgen.

Auch in den rund anderthalb Stunden zuvor war es erstaunlich entspannt zugegangen. Dabei lag zum allerersten Mal so etwas wie ein Finanzierungskonzept für das Jubiläum auf dem Tisch. Vieles was bislang vage erschien, bekam nun eine fassbare Nähe. So wurde das gesamte finanzielle Volumen des Jubiläums auf insgesamt 13,3 Millionen Euro taxiert. Bislang hatte man mit 8,3 Millionen Euro gerechnet. Die Steigerung ergebe sich daraus, dass man bislang auch nicht sämtliche Projekte, die alle Partner in Betracht ziehen, einkalkuliert hatte, erklärt Ruth Bader, Organisationschefin des Konziljubiläums. Insofern bedeute diese Erhöhung nun keineswegs eine grundsätzliche Kostensteigerung einzelner Projekte. Das städtische Budget für die Festivitäten um die 600-Jahr-Feier des historischen Konzils soll nach den jetzt vorliegenden Zahlen bei 5,3 Millionen Euro liegen.

Detailliert hatte Bader über einzelne Zahlen informiert und auch erläutert, von welchen Institutionen oder Stiftungen Fördergelder bereits zugesagt oder in Aussicht gestellt wurden. Klar ist demnach auch: Neben dem Land Baden-Württemberg, das sich mit 1,5 Millionen Euro an der am 27. April 2014 zu eröffnenden Landesausstellung beteiligt, steigen beispielsweise auch Tschechien und tschechische Institutionen mit rund 1 Million Euro ein. Die Tschechen wollen sich indes vornehmlich um die Erinnerung an den Reformator Jan Hus kümmern, der während des Konzils verbrannt wurde. Und: Der geplante Handwerker-Mittelaltermarkt soll nun rund um die Stephanskirche aufgebaut werden. Ob die Tourist-Info (TIK) das Ganze selbst aufbauen soll oder ob es am Ende eine privat-wirtschaftliche Agentur ausrichtet, ist offen.

Ansonsten gab es neben viel Lob für Ruth Bader und ihre Mannschaft auch ein klein wenig Kritik. So fragte sich Jürgen Leipold (SPD) einmal mehr, wie denn der Spannungsbogen des Jubiläums über fünf Jahre gehalten werden sollte. Zudem forderte er, dass man bald möglichst mal Klarheit über ein Gesamt-Finanzkonzept haben sollte, das auch durch den Gemeinderat zu verabschieden wäre. „Immer nur einzelne Maßnahmen zu besprechen, Mittel dafür freizugeben und am Ende zu merken, dass das Geld fürs Ganze nicht reicht, wäre fatal“, so Leipold. Spätestens zur Beratung des Doppelhaushalts 2013/2014 soll nun eine Gesamtfinanzierung festgelegt werden.

Erwähnenswert war indes auch ein anderer Satz, der sich in den Unterlagen zur Sitzung fand. Demnach gibt es große Unterschiede zwischen der Wahrnehmung des Konstanzer Konzils in Konstanz und außerhalb von Konstanz. „Daher stellt es sich nach wie vor als Herausforderung dar, in Konstanz den Blick auf das Konzil zu weiten, die europäische Bedeutung sowie den Kultur- und Wissensaustausch in den Fokus zu rücken.“ Das hat fast was Biblisches – oder wie war das mit dem Wert des Propheten in seinem eigenen Land?

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