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Konstanz 12 000 Bücher sind schon geputzt

28.01.2011


Die Arbeiten in der wegen Asbest gesperrten Uni-Bibliothek kommen voran. Ein Sachverständiger untersucht nun die gesamte Universität auf Asbest.

Saugen, auspusten, nass abwischen: Marko Stark und Jürgen Spann demonstrierten gestern in blauen Schutzanzügen und unter schwarzen Atemschutzmasken, wie die zehn Spezialisten in den gesperrten Teilen der Universitätsbibliothek die Bücher von den gefährlichen Asbestfasern befreien. Einer hält das Buch, der andere fährt mit der Bürste eines Spezialsaugers darüber, einer blättert die Seiten auf, der andere pustet sie mit einem Hochdruckgerät ab. Zum Schluss wischt einer das Buch mit einem Lappen feucht ab.

Die Prozedur wird sich in der Bibliothek 1,5 Millionen Mal wiederholen. So viele Bände könnten kontaminiert sein und werden deshalb sicherheitshalber gereinigt. Die Asbestexperten kommen voran. Seit Dienstag vergangener Woche haben sie 12 000 Bände geputzt und dabei sauber gearbeitet. Bisher habe ein Speziallabor, das den Putzerfolg mit Stichproben überprüft, nichts beanstandet, hieß es gestern von Seiten der Universität.

Nun stehen die 8000 Büchern für die Semesterapparate wieder im frei zugänglichen Teil J der Bibliothek und die ersten online vorbestellten Bücher stehen für die Leser bereit.

Täglich gehen rund 1200 neue Bücherbestellungen ein. Die angeforderten Bände haben Vorrang beim Putzen der täglich rund 2500 Bände. Zur Vollleistung mit bis zu 10 000 geputzten Bänden pro Tag können die Spezialisten erst übergehen, wenn die Universität eine Lagerhalle mit 8000 Quadratmetern Größe gefunden hat. „Wir sind weiter auf der Suche“, sagt Bibliothekschefin Petra Haetscher. Die Halle soll heizbar und gut mit Transportern zu erreichen sein. „Die Distanz spielt eine Rolle.“

Die Universität hat sich nach dem Fund der Asbestfasern in der Bibliothek entschlossen, alle Gebäude auf mögliche Asbestprobleme untersuchen zu lassen. Ein unabhängiger Sachverständiger sei beauftragt, sagt Unisprecherin Julia Wandt. Er solle prüfen, ob eventuell auch außerhalb der Bibliothek ein Sanierungsbedarf besteht. Dass in der Universität gebundener, also ungefährlicher Asbest verbaut wurde, ist seit langem bekannt. Schon in den 90er-Jahren gab es dazu Untersuchungen. Fundstellen wurden in einem Asbestatlas erfasst und teilweise gesichert, etwa durch Schutzplatten. Zudem wurden Regelungen zur Gefahrenabwehr, etwa bei Bauarbeiten, aufgestellt. Für den Menschen sind nur die freien Fasern von Asbest gefährlich.

Erste asbestfreie Bücher im Regal
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