Mein

Konstanz „Ich red' halt gern“

01.02.2010


Meike Baur ist das neue Nachwuchstalent der Konstanzer Bühnenfasnacht. Ein Jahr nach ihrem ersten Auftritt noch ohne Worte schafft die gerade 13 Jahre alte Schülerin nun mit einer Büttenrede den Sprung ins Narrenspiel im Konzil und in die Fernsehfasnacht. Die junge Frau, die sich in der Familie den Spitznamen „Quasselstrippe“ erarbeitet hat, sieht ganz cool ihrem ersten Fernsehauftritt am morgigen Dienstag entgegen.

Meike, wie wurdest du für die Bütt entdeckt?

Ich red' halt gerne. Und da hat mein Onkel gesagt, die Bütt wäre was für mich. Onkel Johannes war 13er-Rat bei der Niederburg und hat meinen Text geschrieben. Er hat ihn mir geschickt und ich habe ihn gelernt. Ich bin dann beim Narrenkonzert der Niederburg aufgetreten. Am nächsten Tag hat mich der Heinz Maser angerufen und gefragt, ob ich Lust habe, bei der Fernsehfasnacht mitzumachen. Der Auftritt beim Narrenspiel war sozusagen die Generalprobe.

Hattest du denn schon vorher Bühnenauftritte – etwa in der Schule?

Ich habe bei Krippenspielen in St. Stephan mitgemacht, in ganz verschiedenen Rollen.

Im Konzil trittst du vor vielen hundert Menschen auf. Hattest du großes Lampenfieber?

Anfangs war die Aufregung da, jetzt nicht mehr. Es macht mir Spaß, auf die Bühne zu gehen. Da bin ich nicht aufgeregt.

Die Bühnenfasnacht verfolgen vor allem ältere Menschen. Fühlst du dich da ein wenig fremd?

Ach, das ist egal. Die sitzen im Saal und ich bin auf und hinter der Bühne. Und da sind ja auch Kinder, Jule, Alina und Tim, die meine Nummer ansagen. Und die Bühnenstars sind alle nett. Die machen das ja auch, weil es ihnen Spaß macht und nicht, weil sie müssen.

Die Bühnenabende gehen immer sehr lange und du musst am nächsten Morgen in die Schule. Ist das ein Problem?

Nach meinem Auftritt holt mich die Mama ab. Das Finale mache ich normalerweise nicht mit. Unter der Woche habe ich nach einem Auftritt die ersten beiden Schulstunden frei. Das ist so mit den Lehrern am Humboldt-Gymnasium abgesprochen.

Morgen steht dein Auftritt bei der Fernsehfasnacht an. Weißt du schon, was dich erwartet?

Nein. Ich habe es noch nicht gemacht. Ich werde sehen, wie es ist. Die Proben sind erst heute und morgen.

Wie hast du deinen Auftritt als närrische Trommlerin, die die Honoratiorenfasnacht aufs Korn nimmt, vorbereitet? Hast du vor dem Spiegel geübt?

Nö. Der Text ist nicht so lange und nicht so schwer. Ich versuche mir einfach vorzustellen, wie das Mädchen ist, das ich spiele. Dadurch, dass ich früher selbst im Fanfarenzug der Niederburg war, war es ganz einfach.

Was machst du neben deinen Auftritten an der Fasnacht?

Ich bin Maskenträgerin bei den Konstanzer Farren wie alle in meiner Familie. Ich ziehe mit ihr und Freunden von den Seewölfen los.

Seit wann stürzt du dich in die Fasnacht?

Ich war schon im Kinderwagen dabei.

Was gefällt dir am närrischen Treiben am besten?

Alle sind besser drauf als sonst.

Findest du es schade, dass die gute Stimmung nicht das ganze Jahr hält?

Nein. Denn dann wäre ja Fasnacht nichts Besonderes mehr.

Was rätst du Bürgern, die die Konstanzer Fasnacht noch nicht kennen, sie aber kennenlernen wollen?

Ich würde mich einfach an Leute ranhängen, die in einem Fasnachtsverein sind.

Fragen: Claudia Rindt

Alle Folgen der Serie im Internet:

www.suedkurier.de/aufeinenkaffee

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