Die Aktion Orgelpfeifenpatenschaften hat den Orgelbauverein St. Gebhard in Konstanz ein weiteres Stück vorangebracht auf dem Weg, die Kirche wieder mit einer Orgel auszustatten.
Konstanz – Die Mitglieder des Orgelbauvereins St. Gebhard atmen gerade erleichtert auf und freuen sich. Sie werden von einer Welle der Solidarität getragen und kommen Dank des regen bürgerschaftlichen Engagements in Konstanz ihrem Ziel sukzessive näher: Dem Bau einer neuen Orgel für St. Gebhard, dem großen Klang für Petershausen, ihrer Konzilsorgel. Derzeit hat der Verein 580 000 Euro zur Verfügung. Mit der Aktion Orgelpfeifenpatenschaften sollte es ihm gelingen, die Königin der Instrumente finanzieren zu können.
Fakt ist: In der Kirche St. Gebhard gibt es keine Orgel mehr. Aufgrund eines Wassereinbruchs in die Kirche, verursacht durch den verheerenden Hagelsturm am 26. Mai 2009, wurde das 1931 eingeweihte Instrument unbespielbar. Seither erfüllt kein Orgelklang mehr die akustisch ideale Kirche. Für Katholiken und Kulturinteressierte, die in St. Gebhard traditionell Konzerte genossen, ein herber Verlust. Und der Orgelbauverein hatte plötzlich ungeahnte Zeitnot, obwohl die Akteure sehr vorrauschend agiert hatten. Bereits im Jahr 2003 wurde ein Förderkreis für einen Orgelneubau gegründet (heute Orgelbauverein St. Gebhard), weil die alte Orgel Materialermüdung zeigte.
Eine Sanierung des Instruments war nicht mehr sinnvoll. Der Verein begann zu sparen, um irgendwann eine neue Orgel in Auftrag geben zu können. Aus diesem „irgendwann“ wurde mit dem 26. Mai 2009 ein „schnellstens“. Unermüdlich warb Wolfgang Müller-Fehrenbach, Vorsitzender des Orgelbauvereins, mitsamt den engagierten Vorstandsmitgliedern und Pfarrer Andreas Rudiger, Leiter der Seelsorgeeinheit Petershausen, für die Orgel, sammelte Spenden und initiierte Benefizaktionen. Im März betrug der verfügbare Betrag (inklusive verbindlicher Zusagen) 544 000 Euro. Jetzt sind es bereits 580 000 Euro, denn die große Aktion Pfeifenpatenschaften hat begonnen.
Die Idee der Orgelpfeifenpatenschaften stößt auf große Resonanz. Die Disposition der neuen Orgel, welche der renommierte Orgelbauer Claudius Winterhalter erstellen wird, wurde grafisch übersichtlich aufbereitet. Diese Disposition (siehe unten) ist in den Flyern des Orgelbauvereins sowie auf der Homepage www.konzilsorgel.de abgebildet. Jeder, der eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich hier seinen Lieblingston auswählen. Die Orgelpfeifen sind überdies in verschiedene Preiskategorien (50, 100, 250, 500, 1000, 2500 und 5000 Euro) unterteilt, so dass es je nach persönlichem Vermögen möglich ist, eine Patenschaft zu übernehmen und einen Beitrag für den Orgelneubau zu leisten. Die Patenschaft einer Orgelpfeife kann man auch einem lieben Menschen im Angedenken widmen.
Jeder, der eine Patenschaft übernimmt, erhält nicht nur eine Urkunde, sondern wird – ebenso wie die Personen, denen eine Orgelpfeife gewidmet ist – in einem Patenschaftsbuch vermerkt. „Es ist wie eine bleibende Spendentafel, die ebenso wie die Orgel, die Generationen überdauern wird“, sagt Pfarrer Andreas Rudiger. „Und wenn die Orgelpfeife erklingt, dann auch zu Ehren und zur Erinnerung an diese Menschen.“ Wolfgang Müller-Fehrenbach und sein Stellvertreter Christoph Jung freuen sich über die Solidarität, denn es wurden schon einige Orgelpatenschaften abgeschlossen: „Es wird eine bürgerschaftliche Orgel.“ Und diese soll – Pfarrer Andreas Rudiger hat mit Gottvertrauen bereits das Einweihungsdatum festgelegt – am 14. Juli 2014 das erste Mal erklingen. Und was sagt Orgelbauer Claudius Winterhalter zum Klang der geplanten mechanischen Orgel? „Die Seele des Klanges ist das Atmen der Pfeifen.“