Konstanz „Der Preis macht Mut zum Weitermachen“
02.11.2010
Die Gewinnerin Carolina Hellsgard, geboren 1979 in Stockholm (Schweden), lebt und arbeitet in Berlin. Sie erzählt von ihrem Film.
Frau Hellsgard, wie ist die Idee zu Ihrem Film „Hunger“ entstanden?
Ich lebe in Berlin und habe oft in der Zeitung von Fällen gelesen, wo Kinder vernachlässigt wurden. Dann gab es noch das Erlebnis einer Freundin. Ihre Nachbarn aus Weißrussland, die sie relativ gut kannte, wurden eines Tages abgeschoben. Meine Freundin ist dann in der Wohnung des Paars gewesen und hat mir ihre Eindrücke beschrieben. Diese zwei Dinge habe ich zusammengebracht. Der Kurzfilm ist die prägnanteste Form, um einen Ausschnitt aus einem Leben zu zeigen.
Der Film vermittelt ein ganz eigenes Erleben von Zeit und Raum. Wie haben Sie das gemacht?
Es ist ein Stück Erinnerung aus der eigenen Kindheit – das Gefühl, irgendwo reinzugehen, wo man nicht sein durfte. Ein fremder Ort, wo einem alles irgendwie mystisch erscheint. Die Zeitwahrnehmung ist auch ganz anders. Als Kind empfindet man die Zeit viel länger, ausgedehnter. Das habe ich in meiner Zusammenarbeit mit Marcus Kinzer in der Kameraarbeit versucht zu vermitteln.
War die Zusammenarbeit mit den Kindern schwierig?
Die Kinder haben eigentlich gleich verstanden, worum es ging. Ich habe mit ihnen im Grunde gearbeitet wie mit Erwachsenen. Und auch wenn sie im Film ziemlich traurig wirken – sie hatten ziemlich viel Spaß bei der Arbeit.
Was bedeutet der Preis für Sie?
Der Preis bestätigt mich in meiner Arbeit. Manchmal weiß man nicht so recht, ob das Filmemachen überhaupt der richtige Weg ist. Der Preis macht Mut zum Weitermachen. (apo)
