Hohenfels Wählerische Sportsnarren
Ich glaub‘, ich steh im Wald: Beim Sportlerball in Hohenfels gab es reichlich zu lachen. Hier eine Jugendabteilung im närrischen Einsatz, mit Bäumen auf dem Rücken. Bild: Braun
Und damit natürlich auch die einzige Programm-Fasnacht in der Gemeinde, den Sportlerball des FC HoSe. Dreieinhalb Stunden lang drehte sich am Samstag in der Hohenfelshalle vieles um den neuen Schultes. Auffallend: Kein einziger der noch verbliebenen vier Kandidaten hatte sich zu den närrischen Sportlern getraut. Das erstaunte doch sehr, denn in den vergangenen Wochen hatten die Aspiranten für die Veit-Nachfolge kaum eine Gelegenheit ausgelassen, sich öffentlich zu zeigen.
Muntere Frotzeleien So konnten die Sportler in der Halle wenigstens unbeschwert vom Leder ziehen und die Wahl kräftig auf die Schippe nehmen. So wurde geunkt, dass endlich eine Lösung für die marode Hohenfelshalle in Sicht sei: „Wir verkaufen Mindersdorf nach Stockach, bekommen 1,5 Millionen Euro dafür – und finanzieren uns damit eine neue Halle“, witzelte Büttenredner Martin Reis. Selgetsweiler soll hingegen einen Lärmschutz-Tunnel erhalten, damit ums Dorf-Gemeinschaftshäusle „Haus Rose“ endlich Ruhe einkehre.
Um dies und andere Hohenfelser Wünsche zu bezahlen, werde bald ein neues Kieswerk eröffnet. Dann könne auch gleich der neue Campingplatz, den ein Kandidat herbeisehne, bezahlt werden, hieß es in einem weiteren Sketch. Außerdem sickerte durch, dass der scheidende Bürgermeister Hans Veit 86 400 Euro an die Gemeinde zurückbezahlen müsse. Bei 24 Amtsjahren komme dieser Betrag zusammen, wenn man jeden Monat 300 Euro weniger Schultes-Gehalt kassiere, wie es ein anderer Kandidat für den Fall seiner Wahl versprochen hatte. Na ja, Veit wird sich diese Rückzahlung leisten können, bekommt er doch bald Werbe-Gage für das von ihm künftig beworbene Waschmittel „Weißer Riese“.
So wurde munter gefrotzelt und gelästert. Zwischendurch unterhielten verschiedene Jugend- und Aktivenabteilungen mit artistischen und humorigen Einlagen die begeisterten Gäste in der nicht ganz gefüllten Hohenfelshalle. Mit viel Liebe zum Detail hatten sie ihre Beiträge einstudiert. Katja Geng und Ralf Müller führten wort- und witzreich als Ansager durchs Programm. FC HoSe-Vorsitzender Dietmar Ströhle, der frühere Ansager, konnte sich erstmals ganz auf Begrüßung und Verabschiedung der Gäste konzentrieren. Angereist waren auch wieder die Sauldorfer Swamp Hoppers, eine begeisternde Tanzformation, die nach New York entführte.
Dann, kurz vor Programmende, kam doch noch ein Kandidat in die Höhle der närrischen Löwen. Andreas Funk, der davor schon einen Wahlkampftermin bestritten hatte, gesellte sich ins Publikum und diskutierte bis weit nach Programmschluss mit vielen Ballgästen über die Zukunft von Hohenfels im Allgemeinen und seine persönliche im Speziellen. Währenddessen wurde in der Bar weitergefeiert.
