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Hohenfels-Liggersdorf 

10.02.2010  .

Jetzt läuten die Glocken später

[1]

Für die Einen ist das Läuten der Kirchenglocken Tradition, Andere empfinden es als Lärmbelästigung. In Liggersdorf hat sich ein Bürger, der 200 Meter von der katholischen Pfarrkirche entfernt wohnt, über das Angelusläuten um 5.30 Uhr beschwert. Nach einer Prüfung hat das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg nun empfohlen, das Läuten am Morgen um eine halbe Stunde auf 6.01 Uhr zu verschieben.

Glockeninspektor Johannes Wittekind aus Heidelberg bei der Arbeit.
Erzdiözese Freiburg

Hohenfels-Liggersdorf – Die Beschwerde des Bürgers war über eine Anwaltskanzlei im katholischen Pfarramt in Liggersdorf eingegangen. Der nächtliche Stundenschlag sowie das Angelusläuten um 5.30 Uhr wurden als Lärmbelästigung empfunden, hieß es. Pfarrer Claus Michelbach hat die Beschwerde an die zuständige Stelle des Erzbischöflichen Ordinariats in Freiburg weitergeleitet. „Bislang hat es wegen des Glockenläutens um 5.30 Uhr keine Beschwerden gegeben“, erzählt der Pfarrer, der seit gut einem Jahr Seelsorgeeinheit Hohenfels leitet. Er habe sich erkundigt und erfahren, dass die Glocken in Liggersdorf schon immer um 5.30 Uhr geläutet hätten.

Seit kurzem erklingen die Glocken der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian nicht mehr um 5.30 Uhr. Auf Empfehlung des Erzbischöflichen Ordinariats und mit dem Einverständnis von Pfarrer Claus Michelbach ist das tägliche Angelusläuten um eine halbe Stunde verschoben worden. Die Kirchenglocken in Liggersdorf ertönen nun jeden Morgen um 6.01 Uhr und laden zum Gebet ein. „Das hängt mit der gesetzlichen Nachtruhe zusammen, die von 22 bis 6 Uhr gilt“, erklärt Architekt Johannes Wittekind. Der Glockeninspektor des Erzbistums Freiburg war in Liggersdorf vor Ort und hat Messungen durchgeführt. Weil innerhalb der Nachtruhe andere Lärmschutzwerte gelten als am Tag, hat er der Kirchengemeinde empfohlen, das Glockenläuten zu verschieben. „Das Angelusläuten muss nicht mit aller Gewalt um 5.30 Uhr sein“, sagt der Glockeninspektor aus Heidelberg. Zumal in den anderen Orten der Seesorgeeinheit Hohenfels die Kirchenglocken erst um 6 Uhr erklingen würden, wie Pfarrer Claus Michelbach weiß.

Johannes Wittekind wertet das Verschieben des Läutens als ein Entgegenkommen der Pfarrgemeinde. Diese hätte aus Traditionsgründen auf das Läuten um 5.30 Uhr beharren können. Doch weder die Pfarrgemeinde noch das Erzbischöfliche Ordinariat möchten, dass es zu einem Rechtsstreit kommt. Allerdings liegt die Lautstärke des nächtlichen Stundenschlags im Rahmen des für Wohngebiete zulässigen Grenzwertes. Den nächtlichen Stundenschlag der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian in Liggersdorf muss der Bürger, der sich beschwert hatte, hinnehmen. „Traditionen sind heute schwer zu wahren“, sagt der Glockeninspektor. Deshalb sei es wichtig, das Angelusläuten insgesamt beizubehalten. Jetzt läuten die Glocken in Hohenfels um 6 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr.

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KOMMENTARE [1]
szmtag
Blöde Frage

von donald68 (662 Beiträge) 16.02.2010 12:36

Der Beschwerdeführer, ist das ein Einheimischer oder Zugereister?

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Autor: Simone Ise
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