Hilzingen Nach dem Jubel über die gewonnene Wahl beginnt schon wieder die Arbeit
Moment der Freude: Jutta und Rupert Metzler mit Tochter Paulina (von links) nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der Bürgermeisterwahl in Hilzingen. Bild: Tesche
– In aller Ruhe hat Rupert Metzler nach dem Wahlabend den ereignisreichen Sonntag ausklingen lassen. „Wir haben zuhause noch ein Fläschchen aufgemacht und auf den Erfolg angestoßen“, verrät der künftige Bürgermeister der Hegaugemeinde Hilzingen. Nichts Hochprozentiges freilich, sondern etwas Spritziges.
Gestern war die Zeit zum Jubeln jedoch schon wieder vorbei. „Jetzt gibt es viel zu tun“, erklärt Metzler, der die nächsten Wochen nutzen muss, um die Betriebsübergabe seines Unternehmens nicht nur einzuleiten, sondern auch abzuschließen. Nachdem er sich auch im zweiten Wahlgang gegen seine Mitbewerber Ralf Oßwald und Uwe Eisch durchgesetzt hat, gilt es nun die Weichen für den Dienstbeginn in Hilzingen zu stellen – und Journalistenanfragen zu beantworten. Das Interesse an seiner Person ist schlagartig gewachsen und mancher in der FDP formuliert die Freude ungeniert: „Rupert Metzler zeigt, dass auch Liberale aktuell noch Wahlen gewinnen können“, freut sich beispielsweise Benjamin Strasser aus dem Landesvorstand der Jungliberalen.
Metzler hingegen weiß, dass viel Arbeit vor ihm liegt. „Ich will ein Bürgermeister für alle Hilzinger sein“, betont er und weiß, dass er dafür einiges tun muss. Mehr als 50 Prozent erreichte er einzig in Schlatt am Randen (siehe Wahltabelle). Doch die Analyse zeigt auch: Mit 1521 Stimmen hat ihn lediglich ein knappes Viertel der 6445 Wahlberechtigten direkt gewählt. Deshalb ist er erfreut, nicht nur die Unterstützung seines stärksten Konkurrenten Ralf Oßwald kurz nach der Wahl erfahren zu haben, sondern auch Entgegenkommen der Aktiven im Eisch-Lager.
Auch die neuen Kollegen haben den künftigen Bürgermeister mit offenen Armen empfangen. „Kollegialität ist gute Tradition im Landkreis“, betont Steißlingens Bürgermeister Artur Ostermaier, dass alle Kollegen dem Neuen die Zusammenarbeit angeboten haben. Metzler habe nun die große Aufgabe, nach der gewonnenen Wahl auch das Vertrauen der Bürger zu gewinnen und die Gemeinde schnell wieder zu einen. „Aber das traue ich ihm zu“, erklärt Ostermaier.
Bedauern muss Ostermaier, dass keiner der Kollegen die Gelegenheit genutzt hat, den neuen Schultes auch offiziell vom Podium herab zu begrüßen.
„Zweimal habe ich nachgefragt, ob es weitere Wortmeldungen gibt“, wundert sich auch Noch-Schultes Franz Moser über die Sprachlosigkeit. Entschuldigt habe sich jedoch Landrat Frank Hämmerle, der nach einer heiklen Augenerkrankung dringend zum Arzt musste, betont Moser.
Er wird nun nur noch wenige Gemeinderatssitzungen leiten und sein Büro auf die Übergabe vorbereiten. Zum 1. April beginnt die Amtszeit von Rupert Metzler. Am Montag, 2. April, wird es voraussichtlich zur Schlüsselübergabe kommen. „Und in der Gemeinderatssitzung vom 17. April haben wir die offizielle Amtseinführung geplant“, kündigt Hauptamtsleiter Markus Wannenmacher an. Aber bevor Moser am Samstag, 31. März, letztmals sein Büro als Rathauschef verlassen wird, will er sich Zeit nehmen, um dem Nachfolger eine geordnete Verwaltung zu übergeben. Dafür müsse aber noch ein Termin gefunden werden.
