Hilzingen Metzler gewinnt die Wahl
Gratulation für den Gewinner: Rupert Metzler (links) ist neuer Bürgermeister von Hilzingen. Ralf Oßwald (Mitte) und Uwe Eisch (rechts) gratulieren in den Hilzinger Hegau-Hallen. Bild: Tesche
Mit 1521 Stimmen erzielte er fast 39 Prozent Stimmenanteil. Im Vergleich zum ersten Wahlgang konnte er 176 zusätzliche Wähler überzeugen. Noch stärker zulegen konnte sogar der Riedheimer Ralf Oßwald, der von der höheren Wahlbeteiligung am meisten profitierte: 340 Stimmen konnte er zulegen, und doch den Vorsprung gegenüber Metzler nicht einholen.
Am Ende erhielt er 1413 Stimmen, das entspricht 36 Prozent. „Im dritten Wahlgang hätte es mir gereicht“, nahm er das Wahlergebnis mit Humor und gratulierte Metzler zur gewonnenen Wahl. Einem anderen gratulieren musste auch Gaienhofens Bürgermeister Uwe Eisch, der in den vergangenen zwei Wochen einen intensiven Wahlkampf geführt hat. Ausgezahlt hat es sich für ihn gar nicht. Mit erneut 986 Stimmen erreichte er exakt die gleiche Stimmenzahl, wie im ersten wahlgang- der höheren Wahlbeteiligung geschuldet, verringerte sich sein Stimmenanteil auf 25,1 Prozent.
„Ich bin froh, dass wir nun eine Wahlbeteiligung über der 60 Prozentmarke haben“, dankte Amtsinhaber Franz Moser seinen Hilzingern. Exakt 3934 der 6445 wahlberechtigten Bürger kamen zur Wahl. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 61 Prozent.
Wie groß das Interesse der Hilzinger Bevölkerung an dieser Wahl war, zeigte sich aber auch zur Entscheidung in den Hegau-Hallen. Bürgermeister Franz Moser und die Wahlausschussmitglieder mussten sich kurz vor 19.30 Uhr den Weg durch viele Menschen im großen Saal bahnen, um das Ergebnis offiziell bekannt zu geben. Moser hat die drei Kandidaten zuvor nach vorne gebeten und seine kurze Wahlbilanz gezogen. Dabei dankte er nicht nur den Bewerbern für einen fairen Wahlkampf, sondern kritisierte auch die Unterstützer, die nicht nur im Internet mit krassen Kommentaren nicht sparten. „Dass der SÜDKURIER angekündigt, künftig Online-Kommentare nur noch unter echtem Namen zu veröffentlichen, ist erfreulich“, erklärte er seinen Bürgern.
Gefasst reagierte Eisch auf das Wahlergebnis: „Der Herrgott hat mit mir offensichtlich an einem anderen Platz geplant.“ Die Hilzinger hätten sich deutlich für einen Neuanfang entschieden, satt auf Erfahrung zu setzen. „Das ist Demokratie, das muss man akzeptieren“, erklärte er. Nun will er mit voller Kraft seine Aufgabe als Bürgermeister von Gaienhofen fortführen.
Metzler hat nun Zeit bis April, um sich auf seine neue Aufgabe als Bürgermeister von Hilzingen vorzubereiten. Dann steht die Amtsübergabe an. „Ich bin nicht überrascht, aber glücklich und zufrieden“, macht Metzler seinen unaufgeregten Wahlkampf als Erfolgsfaktor aus.
Dass ihm auch vom politischen Gegner künftig Unterstützung zugesichert sei, versprachen die Bundestagsabgeordneten Birgit Homburger und Andreas Jung. „Eine Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl. Wir haben ein klares Ergebnis und jetzt geht es um eine gute Zusammenarbeit“, bilanzierte Jung. Für Birgit Homburger war das Ergebnis zwar einerseits eine knappe Entscheidung zwischen Metzler und Oßwald, andererseits aber ein deutliches Votum gegen Eisch. „Jetzt bleibt die Hoffnung, dass in Hilzingen weiter gilt, zum Wohle der Gemeinde zusammen zu arbeiten.
Irritiert haben die Hilzinger jedoch zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich weder ein Bürgermeisterkollege, noch der Landrat auf der Bühne zum Wahlausgang geäußert haben.

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