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Gottmadingen Wohnkomfort in alten Bussen

26.08.2010


Thayngen – Organisationspräsident Chrigel Oberhänsli aus Thayngen war mit dem von ihm und einem ehrenamtlichen Komitee ausgerichteten 29. Bus- und Wohnbus-Oldtimertreffen am vergangenen Wochenende auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik, direkt neben dem Kesslerloch, mehr als zufrieden.

Oberhänsli sieht darin eine Veranstaltung mit „historischem Hintergrund”, ja, fast eine Werterhaltung von (Schweizer) Kulturgut! Mehr als 100 Oldtimer der verschiedensten Gattungen hatten sich aufgereiht, zu Wohnmobilen ausgebaute Reisebusse, LKWs mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen, dazwischen ehemalige Postautos, Migrosverkaufswagen, das Suva (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt)-Audiomobil, ein ehemaliger Bierkühlwagen oder ein Allradkipper.

Auffällig ist der lilafarbene Mercedesbus von Hans van Genderen aus Antwerpen (Belgien), der mit über 700 Kilometer die weiteste Anreise hatte. In seiner Jugend vor über 20 Jahren war er mehrmals in der Schweiz im Berner Oberland auf einem Bauernhof und hat in der Landwirtschaft mitgeholfen. Eineinhalb Tage beschwerliche Fahrt ohne Servolenkung oder bequemer Federung nahmen er und seine Frau auf sich, um einen Traum zu verwirklichen. Bei dem Fahrzeug mit der Aufschrift „anno 1956” handelt es sich um ein Original, das bei der französischen Luftwaffe als Truppentransporter eingesetzt wurde, sagte der Besitzer. Vergammelt habe er den Bus 1987 im Wald gesehen und vor dem Verschrotten gerettet.

Spannende Ferien in schwerem Mobil

Bauunternehmer Hugo Schlumpf und Frau Heidi aus Graubünden teilen diese Leidenschaft. Den Allradkipper hatten sie 2004 gekauft und ausgebaut als schweres Wohnmobil. Damit waren sie schon vier Wochen in der Wüste mit 700 Liter Wasser und 800 Liter Diesel an Bord. Ein Maler aus Marokko verzierte das Wohnmobil mit Wüstenbildern. Stolz zeigte Schlumpf sein mitgeführtes Motorrad, ein Schlauchboot mit Außenbordmotor, eine Waschmaschine und Solar auf dem Dach. Ein zweites Wohnmobil auf einem Sattelschlepper mit 16,5 Meter Länge hätten sie noch in Silvam Springs (Arkansas).

Nebenan campieren die zwei Fanatiker Michael Walden und Pasqual Mühlemann aus Luzern. Den früheren Bierkühlwagen von Rugenbräu hatten sie vor fünf Jahren gekauft und mit Freunden an den Wochenenden und Ferien als Wohnmobil ausgebaut, um damit zu Bahntreffen zu fahren. Auch sie haben Zuggleise aufgebaut und lassen Loks und viele Waggons mit unterschiedlicher Fracht ihre Runden drehen, die natürlich von vielen Besuchern bestaunt wurden. Zuletzt waren sie beim Bahntreffen in Le Bouveret am Genfer See im Erlebnispark Swiss Vapeur Parc. Überall treffe man nette Leute, die das Hobby teilen, sagte Walder.

Chrigel Oberhänsli richtet das Wohnbus-Oldtimertreffen in Thayngen zum zweiten Mal aus, 2005 und jetzt 2010. Er selbst hat auch seit 2002 einen Reisebus, der als Wohnmobil genutzt wird und ausgestattet ist mit Schlafgelegenheiten, Dusche/WC und Kühlschrank. Waren es früher rund 50 Sitzplätze, so seien jetzt maximal acht Personen plus Fahrer mit LKW-Führerschein zugelassen. Das nächste Treffen wurde beim Abschlussgespräch aller Teilnehmer festgelegt. Ausrichter wird Colombier am Neuenburger See sein. Termin: das dritte Wochenende im August.

Informationen im Internet:

www.wohnbus.ch

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