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Gottmadingen Slam-Poetry im Schloss

Gottmadingen-Randegg – Der Förderkreis für Kultur und Heimatgeschichte (FökuHei) hat einen guten Draht „nach oben”, denn am vergangenen Samstag konnten die drei Autoren auf dem Schlosshof mit Slam-Poetry ihr Wortfeuerwerk bei einem Superwetter zünden. Heute sei es eigentlich ein literarisches Kabarett, erklärte der Vorsitzende des „FöKuHei” Bernd Gassner.

Hautnah prasselte das Wortfeuerwerk von Kabarettist Georg Eggers „Grög“ im Randegger Schlosshof auf die Besucher.
Hautnah prasselte das Wortfeuerwerk von Kabarettist Georg Eggers „Grög“ im Randegger Schlosshof auf die Besucher. | Bild: Bild: Gisela Stärk

Die drei Poeten Katinka Buddenkotte aus Köln, Stefan Abermann aus Innsbruck und Georg Eggers aus München konnten sich frei entfalten. Keine Jury hatte die Dichterlesung zu bewerten. Der Poetry-Slam kommt aus Amerika. Buddenkotte und Abermann waren 2009 schon einmal in Gottmadingen in der Fahr-Kantine mit einer so guten Resonanz, dass eine solche Veranstaltung nun in der speziellen Umgebung von Schloss Randegg durchgeführt wurde, so der FöKuHei-Vorsitzende. Neu im Bunde war Georg Eggers, auch als „Grög” in der Szene bekannt, der vorgestellt wurde als Literarischer Kabarettist, Schauspieler und Poetry-Slammer, und obendrein ist er noch Doktor der Physik. Er begeisterte ohne Textvorlage mit der Geschichte vom kleinen Krokodil im großen Nil, mit einem Tiergedicht über den Sinn des Lebens, schrieb über den Butt, dem im Wasser der Spaß fehlte, jedoch im Speiserestaurant ein „toller Hecht“ war und „Das neoliberale Märchenbuch“. Die stets etwas atemlose Stimme von „Grög” und ein Blick, den Heinz Erhardt nicht verschmitzt-hintergründiger in die Runde hätte werfen können, machte diesen 1,95 Meter-Mann äußerst sympathisch.

Die 1976 in Münster geborene Katinka Buddenkotte ist eine deutsche Autorin und Kabarettistin, wurde bei Poetry-Slam-Veranstaltungen mehrfach als Siegerin gekürt, und von den Medien als „Das „Fräuleinwunder der deutschen Underground-Literatur” bezeichnet. Sie geht auf das Hund-Katz-Verhältnis von Düsseldorf und Köln ein, denn sie kennt beide gleich gut nachdem sie je fünf Jahre in diesen Städten gelebt hat. Sie trägt „Der Preis über das Älterwerden“ vor und liest aus ihrem zweiten Buch „Ich hatte sie alle“.

Stefan Abermann, geboren 1983, verfasst neben Kurzgeschichten auch Poetry-Slam-Texte, schreibt Kultur-Kritiken und ist der Gründer von „Text ohne Reiter”, der ersten Innsbrucker Lesebühne. Überzeugend sind seine Kindergeschichten. Die eine endet mit der Erkenntnis, dass man annehmen muss was man bekommt. Sah man früher durch die rosarote Brille, so sei es heute der graue Star. Als erfahren, trotz seiner Jugend zeigte er sich mit aussterbenden Wörtern und dem Trend, dass jedes Wort englisch sein müsse. Um eine Zugabe kamen die drei Künstler nicht herum.

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