Am vergangenen Freitag war Erwin Teufel in Gottmadingen und referierte über das Thema "Ethik in der Wirtschaft". Dabei rief er Unternehmer auf, nicht nur das wohl des Unternehmens, sondern auch das Gemeinwohl im Blick zu haben.
Er hat nach wie vor die Ausstrahlung eines Landesvaters, auch wenn es schon ein paar Jahre her ist, dass Erwin Teufel Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg war. Und noch immer gibt es viele Dinge, die ihn bewegen und zu denen er eine ganze Menge zu sagen hat.
Auf Einladung des Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters Andreas Messmer referierte der bekannte CDU-Politiker in Gottmadingen über das Thema „Ethik in der Wirtschaft“ und war dabei ganz in seinem Element.
Erwin Teufel ist ein gefragter Redner. Fünf Vorträge halte er jede Woche, erzählt er im SÜDKURIER-Gespräch in seiner ihm eigenen bescheidenen und herzlichen Art und lacht: „Manchmal sind es sogar drei an einem Tag.“ In Gottmadingen sprach er vor rund 100 geladenen Gästen – allesamt Mandanten, Kollegen und Wegbegleiter von Andreas Messmer, der in seiner Kanzlei 10-jähriges Jubiläum feiern konnte.
Messmer war bei einer seiner vielen Fortbildungen so begeistert von Teufel und seinem Ethik-Vortrag an der Berufsakademie in Villingen-Schwen-ningen im vergangenen Jahr, dass er ihn unbedingt in seine Heimat holen wollte. Der Politiker zollte dem Gastgeber Respekt und Anerkennung und lobte dessen permanenten Weiterbildungswillen. „Unser Land lebt von denen, die den Mut zur Selbständigkeit haben“, sagte Teufel und beklagte, dass es viel zu wenig Selbständige gäbe.
Was noch vor zwei Jahren ein Außenseiter-Thema gewesen sei, habe seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise Konjunktur, stellte Erwin Teufel zu Beginn seines rund einstündigen Vortrags über Ethik fest. „Viele Menschen sehen jedoch einen Gegensatz zwischen Ethik und Wirtschaft“, erklärte Teufel. Wenn eigene Vorteile und Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen würden, gebe es schließlich keinen Platz für „Sozialklimbim“, sei die einhellige Meinung.
Dass Ethik durchaus zur Wirtschaft gehöre und sogar maßgeblich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen könne, machte der Politiker anhand zahlreicher Beispiele und Erläuterungen in seiner leidenschaftlich vorgetragenen Rede deutlich. Dabei nannte er auch ganz einfache Grundsätze wie „auf sein Gewissen hören“, „keine Freiheit ohne Verantwortung“ oder „Vertrauen verloren – alles verloren“ und prangerte auch schon mal Manager an, die nicht nur Boni einstreichen dürften, sondern auch Haftung übernehmen sollten.
„Gewinnmaximierung kann nicht der einzige Maßstab sein“, ist Erwin Teufel überzeugt und rief dazu auf, nicht nur das Wohl des Unternehmens, sondern auch das Gemeinwohl im Blick zu haben.
Erwin Teufel bei WSR Messmer