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Gottmadingen Gottmadinger Narren zeigen viel Esprit

Beim 60. Gerstensackkonzert gibt es ein abwechslungsreiches Programm

Die Gottmadinger Gerstensackzunft zeigte sich von ihrer besten närrischen Seite. Das 60. Gerstensackkonzert bot viel Abwechslung, der närrische Nachwuchs wird immer besser integriert. Und einer machte endgültig Platz für die Jungen, obwohl er selbst noch das Metier des Bühnenfasnachters und Büttenredners wie wenig andere in der Region beherrscht. Altmeister Klaus Sauter nahm nach unzähligen Auftritten unter großem Beifall der Besucher bei beiden Aufführungen Abschied von der großen Gerstensack-Bühne. Der hintergründige Schalk fehlte in seinen Versen nicht. Sauter fand aber auch mit viel Bedacht Reime, die zukunftsgerichtet die Zunft ermunterte, auf den Nachwuchs zu setzten, der bei der Geburtstagsausgabe des Gerstensackkonzertes auch viele Impulse setzen konnte. „Unsere Zunft braucht junges Blut, glaubet mir, die sen sauguet, drum ich's nochmal offenbare, in unserer Jugend liegt das Wahre“, riet Sauter, um sich dann stilgerecht selbst auf die Schippe zu nehmen: „Ob se alt sind oder modern, der liebe Gott hot alle gern, er liebt die Fleißige und die Faule – und wenn er mich hört fürchtig maule, denn denkt er, bei der ewige Ruh', goht dem sei Gosch vo selber zu.“

Zum 60. Narrenspiegel ließen die Gerstensäcke mit viel närrischen Spitzen all die Zeit Revue passieren. Nach einigen Jahren der Enthaltsamkeit auf der Narrenbühne zeigten sich Doris Fahr-Scheu und Hannelore Büche-Fischer als D'Leboldie und D'Kathrine in Hochform und waren im urigen Gottmadinger Dialekt voll auf der Höhe des Dorfgeschehens. Es gab einen köstlichen Tratsch rund um den Schwimmbad-Bau und vielen anderen örtlichen kuriosen Begebenheiten.

In unterschiedlichste Rollen schlüpfte Bernd Lohmüller, der weit mehr als nur in Ansager-Manier agierte. Prächtig imitierte er eine Putzfrau, einen Fotografen, Feuerwehrmann und viele weitere Figuren mit reichlich Gestik, Witz und Sprachgewandtheit. Die Crazy Girls boten Anmut und tänzerisches Können von hohem Format. Mit aufeinander abgestimmten komplizierten Wort- und Gestik-Kniffen warteten die Jungen Wilden auf. Auf einer originellen Zeitreise zwischen Vergangenheit und Zukunft des Gerstensackkonzertes fuhren die Time4Teens.

Die Sudhüsler gaben sich musikalisch die Ehre, indem sie die Korruptionen um die Fußball-Weltmeisterschaften, das kommunale Ortsgeschehen, den Handy-Wahn und die Schönheitswelle aufs Korn nahmen. „Faltenfrei durch die Nacht“ lauteten Titel und Refrain in Anlehnung an Helene Fischers Superhit. Bei allen Liedern spielte Josef Weimert in Multifunktion am Klavier und Schlagzeug derart brillant auf, dass Zugabe-Rufe durch die Eichendorffhalle hallten. Der Vollblutmusiker brachte mit einer Extra-Vorstellung in virtuoser Weise das Publikum zum Toben.

Eine Nummer mit bestem Unterhaltungswert präsentierte Wolfgang Fischer, der Günter Jauch trefflich imitierte und zur Sendung Stern TV einlud. Dazu gab es köstliche Gesprächspartner, wie Walter und Charlotte Benz oder Doris Fahr-Scheu und Hannelore Büche-Fischer. Musikalische Gäste verliehen dem Ganzen die Stimmungsnote. So geriet das Publikum bei Auftritten von Heino und Shakira aus dem Häuschen. Und die Jazztanzgruppe gab sich sehr graziös. Cedric Baur zielte mit geschliffenen Versen auf die Kommunalpolitik und ließ Gottmadingen nicht zuletzt dank des vergoldeten Vermächtnisses einer Bürgerin als neues Zentrum des Hegaus aufblühen. Die Narrenkids bewiesen bei ihrem Auftritt, dass es um den Nachwuchs der Gerstensäcke gut bestellt ist. Die Feuerwehr zelebrierte bei der großen Nummer zur zackigen Marschmusik eine gelungene Mischung aus Komik und Akrobatik.

Einen gelungenen Einstand feierte der neue Zunftmeister John Weber, der selbst am Programm mitwirkte, das Susanne Klopfer und Angelika Schmid als Regisseurinnen mit viel Fingerspitzengefühl zusammengestellt hatten. Die Gerstensack-Kapelle spielte unter der Leitung von Markus Augenstein schwungvoll auf und hatte seinen Anteil daran, dass das Publikum an beiden Aufführungen einen stimmungsvollen närrischen Abend erlebte.

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