Gottmadingen Gerstensäcke auf hoher See
Bei diesem Piratenauftritt stimmte alles, der Säbeltanz des Anführers (Adele Platz) und wie sich die Mannschaft mit zusammengebundenen Paddeln „Uff 'm See“ halten konnte. Bild: dr
„Hol de Anker inne, es geht los!” Vier Stunden lang wurde ein Programm geboten mit Tanz- und Gesangsgruppen, hochbegabte Fasnachtstalente versprühten Witz, Esprit, Humor und viel Klamauk und machten das Gerstensackkonzert wieder zu einem fernsehreifen Highlight in der närrischen Kunst. Für den richtigen Ton sorgte die famose Gerstensackkapelle mit Dirigent Markus Augenstein.
Und dann kamen sie durch die Halle, eine endlos scheinende Reihe von Schlümpfen von klein bis groß mit Vadder Abraham, die auf der Bühne tolle Sprünge am Trampolin zeigten. Die Geschwister Gitta und Jenzi (Andreas) Gruber in feschen Lederhosen studierten mit dem Publikum den „närrischen Ohrwurm” für 2013 ein. Als Balsam für die Schnecken lobten sie das zunfteigene Bier und den schönsten Umzug am Fasnet-Mäntig, „da ist was los, ihr Schnecken sind grandios”.
Erst mussten sie jedoch Tiefschläge verkraften mit dem Verlust von Hans-Peter Jehle als Präsident der Narrenvereinigung und bei der Konzilfasnacht und dass auch Klaus Sauter nicht mehr beim Gerstensackkonzert auftritt. Die „Grazy-Girls” mit Hebefiguren und Überschlägen tanzten sich mit ihrem jugendlichen Charme in die Herzen der Zuschauer.
Parallelen zu den Zeiten vor zwölfhundert Johr fanden Gotemond und Edda (Christoph und Conny Graf) einen Rollator als eine Art römischer Streitwagen, den alten Dorfbach gezähmt in einer Rinne, „erinnerst Du Dich wie er immer überflutet hat üseren Ort, und riss mit sich all unsere Hütten und Felle fort?”
Die Jugendlichen „Time4teens” brachten ein eigenes Gerstensackkonzert unter dem Motto „kurz und knackig” und imitierten die Fasnachter „Klaus Sauter” und „D‘Leboldie und d‘Kathrine”. Mit großer Aufmachung präsentierte „Florian Silbereisen” (Wolfgang Fischer) „live aus der Gottmadinger Walter-Benz-Arena” im perfekten österreichischen Dialekt nicht nur Margot Hellwig (Sabine Wegmann) sondern auch die Jacob-Sisters mit Song „Heidi” (John Weber, Philipp Weggler und Christian Ruf) sowie Stefanie Hertel (Lothar Schlatter) und Stefan Mross (Stefan Kienzler).
Die Narrenbolizei zeigte sich unter der Überschrift „Waschbrettbauch im Speckmantel” als Gangster und fesche Dirndl mit tollen Einlagen, so das Tanzpaar Helmut Seeger und Johannes Fahr. Markus Bruderhofer als Eulenspiegel brachte einen von Klaus Sauter getexteten Vortrag über Piraten: „Politisch liegt es uf de Hand, denn Piraten braucht das Land, alles freut sich, alles zamm, schließlich hond die ko Programm. ” Auf der Narrenbühne hatte die Maskengruppe als Piraten ein tolles Programm mit dem Tanz „Uff 'm See”. In die Unterwelt ging es mit der Jazztanzgruppe von Stefanie Schoch. Üsere Sudhüsler mit Lederschürzen nahmen gesanglich Börse und Euro auf die Schippe, begeisterten mit dem Narrenschiff- und Freibad-Song und beim Potpourri bekamen Berlusconi, Strauß-Kahn und Kachelmann ihr Fett ab, „wo die Wahrheit liegt, das weiß kein Gericht, doch man nimmt an: Machos lügen nicht”.
