Gailingen Vom Rauhenberg weht der Wind
Drehen sich Windräder – wie hier bei Husum - bald auf dem Rauhenberg? Im März wird sich der Gemeinderat von Experten beraten lassen, danach sollen die Bürger gehört werden. Bild: dpa
– Vielleicht hat Gailingen bald nicht nur das Modell der Liebschützer Windmühle auf seinem Borna-Platz stehen, sondern auch eine Windkraftanlage irgendwo auf dem Rauhenberg. Laut dem neuen Windatlas von Baden-Württemberg werden hier mit einer sogenannten Windhöfigkeit von mehr als sechs Metern in der Sekunde Windgeschwindigkeiten gemessen, die für eine wirtschaftliche Windnutzung reichen. Zwei Investoren haben bereits mit konkreten Anfragen an die Gemeindeverwaltung ihr Interesse für diesen Standort angemeldet.
Die Planungshoheit für die Festlegung von Windenergie-Standorten lag in der Vergangenheit bei den Regionalverbänden. Gailingen war darin als Windenergie-Standort bislang nicht vorgesehen. Das könnte sich aber mit der Änderung des Landesplanungsgesetzes wandeln, zu der die Gemeinden bis September Stellung nehmen sollen. Dies hat der Gemeinderat bereits vor knapp zwei Wochen getan: Er befürwortete prinzipiell die Zielsetzung der Landesregierung, den Anteil heimischer Windenergie an der Stromerzeugung in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.
Bürgermeister Heinz Brennenstuhl zeigte sich dem Thema „Wind-Energie“ gegenüber bereits in seinem Jahresrückblick aufgeschlossen. „Die Kommunen werden ihren Beitrag leisten müssen, wenn die Energiewende gelingen soll.
“ Er weiß aber auch, dass Windräder auf dem Rauhenberg – so sie denn überhaupt tatsächlich genehmigt werden sollten – ein hochemotionales Thema sein werden: „ Hier geht es durchaus um Anlagen mit Nabenhöhen von 145 Metern und 100 Metern Rotordurchmesser. Verstecken kann man die Windräder nicht.“
Deshalb ist es ihm äußerst wichtig, das Vorgehen inklusive Entscheidungen mit dem Gemeinderat und den Bürgern gemeinsam festzulegen. Am 1. März wird sich deshalb der Gemeinderat in dieser Sache von der Energieagentur Ravensburg, die Gailingen auch durch den Zertifizierungsprozess für den European Energy Award führt, grundlegend beraten lassen. Die Bürger werden dann Ende März zu einem ersten Bürgerforum eingeladen.
