Kurz bevor die nächste Polizeireform greifen wird, kann die Landesverwaltung letzte Aufgaben der vergangenen Reform abschließen. „Die Wohnung, in der der Gailinger Polizeiposten untergebracht war, ist jetzt verkauft“, bestätigt Thomas Steier vom Konstanzer Landesamt für Vermögen und Bau gegenüber dem SÜDKURIER. Die Kaufpreisvorstellungen von 70 000 Euro für die knapp 85 Quadratmeter große Wohnung in der Ortsmitte von Gailingen, hätte die landeseigene Immobilienverwaltung realisieren können, fügt er hinzu. Warum eine derart große Wohnung so günstig zu haben sei, kann Steier auch erklären: Der neue Eigentümer müsse noch Einrichtungen aus dem Polizeibetrieb zurückbauen, so der Landesbeamte. Um welche Baumaßnahmen es sich dabei handelt, kann er nicht sagen. Aber immerhin sei die Wohnung bezugsfrei.
Bis 2004 war der Gailinger Polizeiposten in der Wohnung an der Hauptstraße untergebracht. Damals sollten die Strukturen der Sicherheitsbehörde gestrafft werden. Einsparpotentiale von 10 000 bis 20 000 Euro nannte Ulrich Schwarz, der Leiter der Konstanzer Polizeidirektion, als das Thema im Gailinger Gemeinderat diskutiert wurde. Insgesamt 400 Unterschriften gegen die Schließung sammelten die Gailinger – ohne Erfolg. Seither seht die Wohnung – außer einer kurzen Nutzungsdauer durch die Zollverwaltung – leer. „Da kann doch nicht viel gespart worden sein“, munkeln nicht nur Polizeibeamte hinter vorgehaltener Hand. Denn nur wenige Jahre zuvor wurde anno 1996 die Neueröffnung des Polizeipostens im Gailinger Behördenzentrum groß gefeiert. Rund 230 000 Euro sollen laut Polizei damals – noch in Form von 460 000 Mark – investiert worden sein, um den neuen Posten auszubauen. Der hatte aber schon acht Jahre später wieder ausgedient, weil am Posten Gottmadingen die Kräfte zentralisiert werden sollten. Mit dort neun Mitarbeitern könnten die Einsatzstunden pro Woche erhöht werden, erläuterte Polizeidirektor Schwarz damals den Gemeinderäten. Jetzt kommt die nächste Reform, aber an Posten soll dabei nicht gespart werden.
