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Gailingen Jüdische Feier auf Friedhof

15.10.2011
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Gedenkfeier Jüdischer Friedhof Gailingen 2011Interessante Begegnungen mit Jüdischen BesuchernNachkommen des letzten Gailinger Rabbiners unter den Gästen

Gailingen (pio) Etwa 70 jüdische Gäste waren aus vielen Ländern angereist, aus der Schweiz, Israel, USA und anderen Ländern. Einige waren zum ersten Mal hier, die meisten kommen jedes Jahr. Sie trafen sich auf dem jüdischen Friedhof, umarmten sich und freuten sich über ein Wiedersehen.

In jedem Jahr findet hier am Sonntag vor dem jüdischen Neujahrsfest eine Feier statt, zum Gedenken an die Toten auf dem jüdischen Friedhof in Gailingen, dem „guten Ort“, und an die Opfer des Holocaust. Die Feierstunde wird vom Verein zur Erhaltung des jüdischen Friedhofs Gailingen veranstaltet.

Nach Reden durch Alain Gut, stellvertretender Vorstand des „Vereins für jüdische Geschichte Gailingen“, und Rabbiner Marcel Ebel, beide aus Zürich, sprach Rabbiner Jehuda Bohrer das Kaddisch, das Totengebet. Er ist der dritte Sohn des letzten Gailinger Rabbiners Mordechai Bohrer. Er hob die Hand im Gedenken an „meinen Vater, den ich in Erinnerung vor mir sehe“.

„Gailingen wird immer in meinem Herzen bleiben!“ sagte seine Schwester Tirza Halivni, jüngste noch lebende Tochter des letzten Gailinger Rabbiners. Sie war mit ihrer Tochter und ihren Enkeln aus Israel zur Feier angereist. Als sie Anfang 1940 nach dem Tod ihres Vaters in Dachau mit Mutter und Geschwistern nach Israel ausgewandert ist, war sie vier Jahre alt.

Viel Gelegenheit zu Gesprächen

In dieser Wohnung im ehemaligen jüdischen Schulhaus ist jetzt das jüdische Museum zu besichtigen. Zum Sonntag konnte der dritte Raum unter dem Motto „Rabbinat und Religiosität“ fertig gestellt werden, gestaltet von Professor Rainer Wirtz, Uni Konstanz, und Herwig Schneider, Graphik-Studio „design und mehr“.

Joachim Klose, Mitarbeiter des „Vereins für jüdische Geschichte Gailingen“, berichtete, „die Besucher waren durchweg sehr, sehr angetan“.

Nach der Begrüßung der Gäste auf dem Platz vor der Synagoge durch Bürgermeister Heinz Brennenstuhl bestand die Gelegenheit zu Gesprächen – hier und im ehemaligen jüdischen Schulhaus bei Kaffee und Kuchen.

Mitglieder der Familie Rothschild versuchten ihren Verwandtschaftsgrad herauszufinden. Professor Hans Guggenheim aus Boston freute sich, die beiden Gailinger Erzieherinnen Dagmar Timäus und Andrea Grimm aus dem Hort „Kindorado“ wieder zu sehen, mit denen er gemeinsam mit den Kindern die Mauer am Synagogenplatz im vorigen Jahr gestaltet hatte. Es kam immer wieder zu Gesprächen der jüdischen Gäste mit Gailingern.

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